Universität Passau                                                                Europäische Ethnologie/Volkskunde

PD Dr. Manfred Seifert

 

Merkblatt zu Abschlussarbeiten

 

 

Die nachfolgenden Hinweise gelten prinzipiell für sämtliche Abschlussarbeiten (Zulassungsarbeit, Diplomarbeit, Magisterarbeit, Promotion etc.). Die Niveaustufung der Abschlüsse erfolgt über die Unterschiede der inhaltlichen, theoretischen und methodisch-konzeptionellen Vereinbarungen.

Für alle Abschlüsse gilt, dass der Nachweis der Befähigung zu selbständigem wissenschaftlichen Arbeiten zu erbringen ist. Eventuell weitergehende Anforderungen sind den jeweiligen Prüfungsordnungen zu entnehmen.     

 

 

Formale Aspekte

 

Inhaltsverzeichnis:

-  Die Gliederungspunkte sind jeweils mit Seitenangaben zu versehen.

- Stimmt die Formulierung der Gliederungspunkte/Kapitelüberschriften mit den Formulierungen im Textteil überein?

- Die Gliederung sollte grundsätzlich folgendem Schema folgen: Einleitung, Hauptteil, Schluss (Resümee/Ausblick), Literatur- und Quellenverzeichnis, evtl.: Anhang.

 

 

Textteil

-                     Vermeiden Sie zu kurze Absätze; ein Satz alleine ergibt keinen Absatz! Orientierung: Ein Absatz sollte mindestens 10 Zeilen umfassen.

-                     Vollständige deutsche Sätze bilden (Subjekt – Prädikat – Objekt).

-  Der erste Satz eines Kapitels muss für sich genommen logisch und grammatikalisch vollständig sein. Er muss Bezüge, die in der Kapitelüberschrift enthalten sind, nochmals explizit aufgreifen und darf sie nicht voraussetzen. 

- Kurze Zitate werden in den Fließtext eingebunden ohne Absatz und mit Anführungszeichen „in der hier gezeigten Form“.

- Längere Zitate können vom Fließtext abgesetzt werden und statt „mit Anführungszeichen“ auch in kursiv gestaltet sein (kursiv verbietet sich damit für andere Kennzeichnungen!) 

- Jedes Zitat ist zu belegen - entweder über Fußnote[1] oder über die kurze (sog. „amerikanische“) Zitierweise: Autor, Jahr und Seite (= Meier 2003 23 f.)

- Ebenso ist jede inhaltliche Aussage, die nicht Ihre eigenständige geistige Leistung ist, sondern auf irgendwelchen Quellen beruht, zu belegen. Archiv- und Internetquellen sowie empirische Erhebungsdaten sind dabei den Literaturangaben gleichwertig.

-  An welcher Stelle im Fließtext wird das Fußnotenzeichen gesetzt? (Beispielsatz: Der Alltagsbereich des Wohnens ist innig mit der Dingwelt verklammert und somit auch von dem „harten Kern räumlicher Tatsächlichkeit“ abhängig.)

   a) wenn nur ein einzelner Begriff erläutert werden soll, dann: Der Alltagsbereich des Wohnens1 ist innig...

   b) wenn für das Zitat als Teil eines Satzes eine Quellenangabe erfolgen soll, dann: ... von dem „harten Kern räumlicher Tatsächlichkeit“ 1  abhängig.  

   c) wenn zum kompletten Satz eine Anmerkung erfolgen soll, dann: ... von dem „harten Kern räumlicher Tatsächlichkeit“ abhängig.1

- Bei Einbindung von Abbildungen, Tabellen, Schaubildern etc.: Direkt unter diesen Einschüben ist in kleinerer Schriftgröße (wie Anmerkungen; Empfehlung 10 pt) jeweils ein kurzer Text mit Kurzumschreibung des dargestellten Themas sowie mit Quellennachweis einzufügen. Dieser Text ist durch Leerzeile etc. optisch klar vom Fließtext abzuheben.

 

 

Literaturverzeichnis/Quellenverzeichnis

- Hier erscheinen alle für die inhaltlichen Aussagen der Arbeit relevanten Quellen = Literatur, Internetquellen, Archivgut, empirische Daten. Für jede dieser Quellenarten ist ein eigenes Verzeichnis in alphabetischer Reihung anzulegen. Die Verzeichnisse folgen – mit der jeweiligen Überschrift gekennzeichnet (z.B.: Verzeichnis der Archivquellen; Verzeichnis der befragten Personen) – hintereinander.

- In diesen Verzeichnissen sind sämtliche in den Fußnoten bzw. im Fließtext eventuell verwendeten Abkürzungen und Auslassungen (z.B. gekürzte Titel, ausgelassene Untertitel, Erscheinungsorte) zu vollständigen Angaben zu ergänzen. Bei Personenangaben zu Befragungen sind neben dem Namen und dem Interviewdatum auch der Wohn- oder Interviewort sowie eventuell (= je nach Thema) das Lebensalter, die Nationalität, Religionszugehörigkeit etc. zu verzeichnen.    

 

 

 

Inhaltliche Aspekte

- In der Einleitung oder im Anfangskapitel des Hauptteils muss eine genaue Darstellung Ihrer Quellen und Ihrer Arbeitsmethoden erfolgen.

- Hier ist auch eine kurze Vorstellung Ihres in der vorliegenden Arbeit ausgeführten Untersuchungs- und Präsentationsstils zu leisten.

- Ebenfalls hier oder in einem eigenen Kapitel ist der theoretische Rahmen und Ansatz Ihrer Arbeit ausführlich darzulegen.  

- Klären Sie in der Darstellung an den passenden Orten die im Titel der Arbeit verwendeten Hauptbegriffe.

-  Klären Sie auch innerhalb der Darstellung aufgenommene Fachausdrücke an Ort und Stelle = bei der ersten Verwendung im Fließtext.

-  Verwenden Sie für Ihre zentralen Aussagen wie auch für die Erläuterung Ihrer Hauptbegriffe und weiterer Fachbegriffe wissenschaftliche Literatur (vor allem der Ethnologie/Volkskunde sowie der Kultur- und Sozialwissenschaften).  

-  Vermeiden Sie Nullaussagen sowie weiche Formulierungen, hinter denen sich letztlich keine Information verbirgt.

-  Achten Sie auf eine stringente Argumentationslinie.

-  Versuchen Sie, bei der Darstellung Ihres Kernthemas/konkreten Beispiels in angemessenen Abständen die reine Deskription zu verlassen und reflektierend an den theoretischen Rahmen bzw. analytische Überlegungen anzuschließen. Heben Sie sich solche Schritte der „Auswertung“ nach Möglichkeit keinesfalls bis zum Schlusskapitel auf!

-  In einer abschließenden Zusammenfassung sind die ausgeführten Gedanken und Analyseschritte zu bündeln, in gewisser Breite resümierend darzustellen und das Ergebnis ihrer Studie in klaren Aussagen zu präsentieren.

 

 

Bewertungsrelevante Standards

-  Das gewählte Thema ist konkret und quellengesättigt zu erfassen und darzustellen.

-  Die Aufgabenstellung und konzeptionelle Gestaltung der Untersuchung ist am Beginn der Studie zu nennen, während der Ausführungen im Hauptteil nicht aus den Augen zu verlieren und am Schluss resümierend aufzugreifen. Auf alle gestellten Fragen und formulierten  Hypothesen erfolgen nun Antworten bzw. Stellungnahmen.     

-  Das gewählte Thema ist in einen Untersuchungsrahmen zu stellen, der von theoretischen und konzeptionellen Überlegungen getragen wird. Dieser Rahmen kann als Hypothesenlieferant oder als Analyseraster bzw. als Einordnungs- und Vergleichsmaßstab verwendet werden. Entscheidend ist, dass auf diese Weise das gewählte Thema theoriegeleitet bearbeitet, analytisch durchdrungen und damit reflektierend erschlossen wird.



[1] Quelle, z.B. Hans Meier: Sachbuch der Europäischen Ethnologie (2003) S. 23 f. / oder bei Zeitungsberichten etc.: Donauzeitung (gekürzt: DZ) vom 26.4.1936 Autor und Artikelüberschrift. / oder bei empir. Befragungsmaterial: Interview mit Sven Fischer am 20.04.2004. / oder bei Archivquellen: Stadtarchiv Passau (gekürzt: SP) Aktenbestand IV C 4 79 I .