Lehrstuhl für Romanische Sprach- und Kulturwissenschaft
Romance Languages in Africa

Romance Languages in Africa

RoLA befasst sich mit romanischen Sprachen auf dem afrikanischen Kontinent

Ziel des Projekts Romance Languages in Africa (RoLA) ist ein umfassendes Panorama der romanischen Sprachen auf dem afrikanischen Kontinent. Vierzig afrikanische Länder sind durch eine französische, belgische, italienische, portugiesische oder spanische Vergangenheit geprägt, die heute manchmal mehr, manchmal weniger direkt spürbar ist. Alle Projektpartner analysieren ein bestimmtes Gebiet nach einheitlichen Kriterien und einer einheitlichen Struktur. Sie beschreiben die soziolinguistische Situation in einer Region und skizzieren die Sprachgeschichte der jeweiligen romanischen Sprache, ihre regionalen Merkmale sowie die interne und externe Sprachpolitik der einzelnen Länder. Das Projekt führt so zur ersten vollständigen Beschreibung der romanischen Sprachen in Afrika. Dank seines kohärenten und systematischen Ansatzes ermöglicht es, Unterschiede und Ähnlichkeiten zwischen den einzelnen Situationen zu identifizieren und damit ein umfangreiches Gesamtbild zu ermitteln.

Untersuchungsgebiete

Das Projekt gilt 40 Ländern: acht in Nordafrika, elf in Westafrika, neun in Zentralafrika und zwölf in Ostafrika.

Nordafrika

Französisch

  • Marokko
  • Algerien
  • Tunesien

Italienisch

  • Libyen

Portugiesisch

  • Portugal (Azoren und Madeira)

Spanisch

  • Spanien (Kanarische Inseln)
  • Spanien (Ceuta und Melilla)
  • Westsahara

Westafrika

Französisch

  • Mauretanien
  • Mali
  • Nigeria
  • Senegal
  • Guinea
  • Elfenbeinküste
  • Burkina Faso
  • Togo
  • Benin

Portugiesisch

  • Guinea-Bissau
  • Kapverden

Zentralafrika

Französisch

  • Tschad
  • Kamerun
  • Zentralafrikanische Republik
  • Gabun
  • Republik Kongo
  • Demokratische Republik Kongo

Portugiesisch

  • Angola
  • São Tomé und Príncipe

Spanisch

  • Äquatorialguinea

Ostafrika

Französisch

  • Dschibuti
  • Ruanda
  • Burundi
  • Madagaskar und Komoren
  • Mauritius und Seychellen
  • Frankreich (Réunion und Mayotte)

Italienisch

  • Eritrea
  • Äthiopien
  • Somalia

Portugiesisch

  • Mosambik

Methodik

Jedes Land wird systematisch in Hinblick auf die nachfolgenden Aspekte untersucht.

Soziolinguistische Situation

  • Geographische Sprachverteilung
  • Soziale Sprachverteilung

Sprachgeschichte

  • Etablierung des Französischen/Italienischen/Portugiesischen/Spanischen
  • Meilensteine der Sprachentwicklung

Sprachenpolitik

  • Sprachgesetzgebung
  • Sprachenwahl in der Verwaltung
  • Sprachenwahl in der Schule
  • Sprachenwahl in den Medien

Sprachliche Charakteristika (Hauptoption)

  • Phonetik
  • Morphologie
  • Lexik

Sprachliche Charakterisitka (Option 2 – möglicherweise für Italienisch)

  • Spuren afrikanischer Sprachen im Italienischen
  • Spuren des Italienischen in afrikanischen Sprachen

Sprachpolitik

  • Sprachpurismus
  • Kodifizierung sprachlicher Charakteristika
  • Präsenz sprachlicher Charakteristika in offiziellen Texten und in der Literatur

Besonderheiten

Drei Aspekte heben das Projekt von sonstigen Beschreibungen der romanischen Sprachen in Afrika ab: 

  • Erstellen eines kompletten Panoramas der romanischen Sprachen in Afrika     
  • kohärente Perspektive durch Fokussierung auf Mehrsprachigkeit     
  • kohärente Struktur durch einheitliche Analysekriterien

Drei Aspekte unterscheiden das Projekt Romance Languages in Africa (RoLA) vom Projekt Typologies of Francophonies (ToF):     

  • RoLA befasst sich mit allen afrikanischen Ländern mit französischer Geschichte, während ToF nur eine kleine Auswahl präsentiert.     
  • RoLA geht über die französischsprachige Welt hinaus und untersucht alle afrikanischen Länder mit spanischer, portugiesischer und italienischer Geschichte.
  • RoLA verwendet Englisch als Lingua Franca, um eine Brücke zu den verschiedenen romanischen Sprachen zu schlagen.

Sprachen

Arbeitssprache

  • Englisch

Analysierte Sprachen

  • Französisch
  • Italienisch
  • Spanisch
  • Portugiesisch
  • Kreolsprachen

Projektpartner

Das Projekt wird vom Lehrstuhl für Romanische Sprach- und Kulturwissenschaft an der Universität Passau koordiniert und erfolgt in Kooperation mit 40 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 16 verschiedenen Ländern, die an den nachfolgenden Universitäten lehren (Auswahl).

Brasilien

  • University of São Paulo

Deutschland

  • Universität Passau (Projektkoordination)

Elfenbeinküste

  • Université Félix Houphouët-Boigny

Frankreich   

  • Université Sorbonne Nouvelle - Paris 3

Kanada  

  • Cape Breton University  
  • Université de Sherbrooke

Mosambik    

  • Universidade Eduardo Mondlane

Norwegen    

  • Inland Norway University of Applied Sciences 
  • Universität von Oslo

Portugal

  • Universidade de Lisboa

Republik Kongo

  • Université Marien Ngouabi

Spanien    

  • Universidad de La Laguna

USA   

  • University at Albany

Publikationen

Publikationen zu unseren Forschungsprojekten finden Sie hier.