Lehrstuhl für Deutsche Sprachwissenschaft
Der Raum Passau zur Reformationszeit

Der Raum Passau zur Reformationszeit

Ein regional-konfessioneller Kontrapunkt zur "Luthermania" 2017

Das Symposium wird vom Lehrstuhl für Deutsche Sprachwissenschaft (Prof. Dr. R. Harnisch) in Verbindung mit IKON (Institut für Kulturraumforschung Ostbaierns und der Nach­barregionen), der Bayerischen Volksstiftung, der Sparkasse Passau, der Stadt Passau, der Katholischen Studentengemeinde Passau und der Evangelischen Studierendengemeinde Passau veranstaltet.

Datum: 17.-18. November 2017
Ort: Veste Oberhaus (Symposium), Universitätkirche St. Nikola (abschließende Andacht)

Leonhard Paminger - Ascendit Deus
Bildnachweis: Notation von Leonhard Paminger (Ausschnitt); Bayerische Staatsbibliothek, BSB-Hss Mus.ms. 1536, Stimmbücher, 1583, 261v, www.digitale-sammlungen.de (creative common licence 4.0)

Zum Inhalt

Der Thesenanschlag Martin Luthers jährt sich 2017 zum 500. Mal – dieses Jubiläum wird bundesweit als kulturelles Großereignis gefeiert. Dadurch wird der „Mythos Luther“ weiter genährt, eine ganze Epoche wird weitgehend auf eine einzige Person und ihre überragende Leistung – gemeint ist die Bibelübersetzung – reduziert.

Das Symposium setzt sich zum Ziel, die Bedeutung von Person und Wirkung Luthers im Kontext seiner Zeit zu betrachten. Dazu zählen auch die, von seiner Wirkstätte aus betrachtet, geographisch peripheren Kulturräume des deutschen Kaiserreichs, wie eben der Raum um Passau.

Über die Jahrhunderte entstand ein klischeehaftes Luther-Bild, das über diese regionale Perspektivierung, die auch mit einer konfessionellen Gegenperspektive verbunden sein kann, aber nicht muss, aufgebrochen werden kann: Einige dieser verfestigten Annahmen wären etwa, dass Martin Luther als erster die Bibel in die deutsche Sprache übersetzt habe, und damit – sozusagen nebenbei – auch die deutsche Sprache selbst, als Einheitssprache, „erfunden“ habe.
Dass Passau in der Reformationszeit kein unbedeutender Flecken gewesen ist, zeigen einige Persönlichkeiten, die Luther nahestanden – Georg Rörer, sein „Obercorrector“, der Priester Leonhard Keiser, der als erster Märtyrer der Reformationsbewegung gilt, oder der Kirchenmusiker Leonhard Paminger, später Direktor der Klosterschule St. Nikola. In Passau wurde zudem der Vorvertrag des Augsburger Religionsfriedens geschlossen (1552). Daneben ist aber vor allem auch die Grafschaft Ortenburg zu nennen, die heute als einzige reformierte Gemeinde Niederbayerns gilt.

Das „Phänomen Luther“ kann nur verstanden werden, wenn er im Kontext seiner Zeit betrachtet wird, eine Einbettung in die Geistesströmungen, die Sprachentwicklungen, die theologischen Diskurse, die politischen Strategien und historischen Geschehnisse vorgenommen wird. Ein regionaler Gegenpol kann als eine Ausgangsposition genutzt werden, neue Facetten der Reformationszeit aufzudecken und stereotype Denkweisen zu relativieren.

Ein interdisziplinärer Zugang zu diesem Thema soll die regionale Forschung im europäischen Kontext anregen. Einen thematischen Schwerpunkt unter den zahlreichen Vorträgen, die auf der Veste Oberhaus gehalten werden, bildet der Passauer Kirchenmusiker Leonhard Paminger (1495-1567), dessen Todestag sich 2017 zum 450. Mal jährt – ein Jubiläum, das zum Abschluss der Veranstaltung mit einem musikwissenschaftlich konzipierten Andacht in der Universitätskirche St. Nikola gewürdigt wird.

Anmeldung

Für die Teilnahme am Symposium wird um Anmeldung im Sekretariat bei Diana Roth gebeten.

Zur Andacht in der Universitätskirche St. Nikola ist keine Anmeldung erforderlich, ein Besuch ist auch ohne Teilnahme am Symposium möglich (Eintritt frei).

Veranstaltung, Organisation und Kontakt

Tagungsleitung: Prof. Dr. Rüdiger Harnisch

Konzeption: PD Dr. Günter Koch

Organisation: Christina Machnyk

Kontakt:
Diana Roth
Lehrstuhl für Deutsche Sprachwissenschaft (Prof. Dr. Rüdiger Harnisch)
Raum Phil 484
Universität Passau
94030 Passau
E-Mail: diana.rothatuni-passau.de
Tel.: 0851/509-2781

Dank

Die Veranstaltung findet in Verbindung mit nachstehend aufgeführten Stiftungen, Institutionen und Vereinigungen statt, die das Symposium organisatorisch und finanziell ermöglicht haben. Herzlicher Dank ergeht an:

  • Bayerische Volksstiftung
Logo Bayerische Volksstiftung
  • Dekanat der Philosophischen Fakultät der Universität Passau
  • Verein der Freunde und Förderer der Universität Passau e.V.
  • Evangelische Studierendengemeinde Passau
  • Katholische Studentengemeinde Passau
  • Sparkasse Passau
Logo Sparkasse Passau
  • Stadt Passau
Logo Stadt Passau
  • Stiftung der Passauer Neuen Presse – Dr. Hans Kapfinger-Stiftung

Wann und wo?

Datum: Freitag, 17.11., und Samstag, 18.11.2017

Ort: Auf der Veste Oberhaus und in der Universitätskirche St. Nikola