Professur für Geschichte des europäischen Mittelalters und seiner Kulturen
Prof. Dr. Franz-Reiner Erkens

Prof. Dr. Franz-Reiner Erkens

Lebenslauf

JahrStationen im Lebenslauf
1. Oktober 2018Eintritt in den Ruhestand
Direktor der Abteilung für geschichtliche Landeskunde des Instituts für Kulturraumforschung Ostbaierns und der Nachbarregionen (IKON)
Mitglied der Kommission für Bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften
2003 - 2018Ordinarius für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Passau
1993 - 2003Ordinarius für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Leipzig
1990 - 1993Lehrstuhlvertretungen in Freiburg und Köln
1985Habilitation an der Universität Passau
1980Promotion an der Universität Passau
1976Staatsexamen für Geschichte und Germanistik an der Universität Köln

Forschungsschwerpunkte

  • Allgemeine politische Geschichte sowie Sozial- und Ideengeschichte des Mittelalters
  • Landesgeschichte des rheinisch-lothringischen und des bayerisch-österreichischen Raumes
  • Diplomatik vornehmlich von Bischofsurkunden

Forschungsprojekte

  • Neuedition der Pilgrimschen Fälschungen auf der Grundlage einer wiederentdeckten weiteren Überlieferung
  • Sakrale Legitimierung von Herrschaft im Mittelalter
  • DFG-gefördertes Forschungsprojekt "Sakrale Legitimierung von Herrschaft und ihren Trägern im Reich des späteren Mittelalters"
    Nach geltender Forschungsmeinung führte der sog. Investiturstreit (1076 – 1122) in dem bis etwa 1050 weitgehend unangefochtenen sakralen Herrschaftsverständnis des ottonisch-salisch-deutschen Königtums eine Wende herbei, die eine „Entsakralisierung“ bewirkte. Ein Wandel der allgemeinen wie religiösen Herrschaftsvorstellungen ist auch unverkennbar, nur fehlt bis heute eine zusammenfassende Erörterung jener sakralen Elemente, die das Königtum im Reich auch noch während des späteren Mittelalters und darüber hinaus prägten.
    Eine auf Synthese angelegte Sichtung dieser Elemente erscheint um so wichtiger, als es in anderen europäischen Monarchien (z. B. in England und Frankreich) gerade erst im späten Mittelalter zur intensiven Entfaltung entsprechender Vorstellungen gekommen ist.
    Dabei müssen einerseits die theoretischen Schriften der Zeit (Traktate u. ä.) auf ihre Aussagen hin untersucht, auf der anderen Seite aber auch die praktischen Äußerungen (in herrscherlichen Urkunden und inszenierten Herrschaftsauftritten) erfasst werden. Schließlich ist der Frage nachzugehen, wie die sakralen Vorstellungen vom Königtum auf die Landesfürsten übertragen worden sind.