Professur für Geschichte des europäischen Mittelalters und seiner Kulturen
Tagung zur Liturgie- und Musikgeschichte

Tagung zur Liturgie- und Musikgeschichte

Liturgie- und Musikgeschichte der Diözese Passau des Mittelalters und der frühen Neuzeit
Donnerstag, 16. bis Samstag, 18. Mai 2019, Universität Passau
Veranstalter: Österreichische Akademie der Wissenschaften, Kooperationspartner: Universität Passau, Referat Kirchenmusik der Diözese Passau und Verein für Ostbairische Heimatforschung.
Organisation: PD Dr. Robert Klugseder
 
Das Gebiet des ehemaligen Donaubistums Passau im Mittelalter erfasste den südostwärtigen Teil des Herzogtums Bayern sowie den größten Teil des babenbergischen bzw. habsburgischen (Erz-)Herzogtums. Das Bistum Passau war über viele Jahrhunderte hinweg maßgeblich an der kulturgeschichtlichen Entwicklung Bayerns und Österreichs ober- und unterhalb der Enns beteiligt, die Bischofsstadt selbst eine herausragende Pflegestätte der Musik.

Die mittelalterliche Liturgie- und Musikgeschichte der Dom-, Pfarr- und Klosterkirchen der Diözese Passau war bis vor wenigen Jahren kaum erforscht. Abgesehen von einigen prominenten Musikdenkmälern aus bedeutenden Klöstern wie St. Florian, Kremsmünster oder Klosterneuburg waren kaum relevante Quellen bekannt, vor allem keine, die die liturgische Tradition der Diözese widerspiegeln würden.

Bei der Konferenz werden Forscherinnen und Forscher aus verschiedenen Disziplinen versuchen, Licht in das mittelalterliche Dunkel der liturgischen Choralpraxis zu bringen. Von großer Bedeutung sind die Forschungen zu Libri ordinarii, den liturgischen „Regiebüchern" für das Opus dei in der Diözese Passau, die im Projekt CANTUS NETWORK der Österreichischen Akademie der Wissenschaften geleistet werden.

Tagungsort ist das ehemalige Kloster St. Nikola, das heute von der Universität Passau genutzt wird. Das um 1070 von Bischof Altmann gegründete Reformkloster war Ausgangspunkt einer spirituellen und liturgischen Erneuerung des Diözesanklerus. Vieles von dem, was man heute in mittelalterlichen Liturgika als Passauer Diözesanproprium qualifizieren kann, hat seinen Ursprung in der liturgischen Praxis der Chorherren von St. Nikola. Die Konferenz kehrt somit an die Wurzeln der Passauer liturgischen Tradition zurück.
 
Programm und weitere Informationen: www.oeaw.ac.at/index.php
Bild: © Stift Vorau

Neumiertes Brevier für den Gebrauch in der Diözese Passau aus dem Jahr 1298
© Stiftsbibliothek Vorau Cod. 90

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