Professur für Kunstpädagogik/Ästhetische Erziehung
Schnittstelle: Wort/Bild

Schnittstelle: Wort/Bild

Das Forschungsprojekt analysiert Bezogenheit und Wirkung der heute alles bestimmenden Medien, Wort und Bild: Im traditionell hierarchischen Verhältnis von Wort und Bild vollzieht sich seit geraumer Zeit ein grundlegender Wandel, der deutlich die Richtung einer dialogisch angelegten Disposition einschlägt. Die technischen Entwicklungen auf dem Sektor der bildgebenden digitalen Medien verändern fundamental seit geraumer Zeit das Terrain der Informationsverarbeitung. Bild und Text stehen in einer neuen komplementären Stellung zueinander. Bilder sind in der multimedialen Zeichenwelt, im Schema der Leit- und Orientierungssysteme, in der Informationsverarbeitung der Massenmedien, in Werbung, Warenhaus, im Museum etc. längst zum äquivalenten Bestandteil der Kommunikation geworden. Worte wandern in Bilder ein und umgekehrt, Bilder in Texte. Die Schnittstelle Wort/Bild ist in unserem Alltag die wohl häufigste Form einer komplementären interdisziplinären Ergänzung und kann daher nicht eng genug vorgestellt werden.

Die zunehmende Veranschaulichung der Wirklichkeit mittels Bilder fordert vom Rezipienten und der Rezipientin eine andere Form des Leseverhaltens ab. In größerem Maße muss er oder sie in der Lage sein, zwischen den verschiedenen Rezeptionsvorgaben, zwischen diskursiven und präsentativen Darstellungsformen zu pendeln.

Der Begriff "Schnittstelle" ist hier ganz bewusst gewählt: entlehnt aus der Fachsprache der Computertechnik, bezeichnet er die Transposition zwischen zwei selbstständig tätigen medialen Bereichen, die in unserem Gehirn ständig interferierend im Datenaustausch zusammenwirken: zwischen Begrifflichkeit und bildhafter Vorstellung, im Übergang zwischen Wort und Imagination erschließt sich nachhaltig Sinnkonstruktion, werden Zusammenhänge vorstellig und einsichtig.

Das Wechselspiel der beiden Medien ist daher als genuiner Bestandteil von Lernprozessen herauszustellen, in dem (begriffliche) Erkenntnis, ohne sinnliche Wahrnehmung nicht denkbar ist. Wissen fordert die Doppelung, die Wiederholung in einem anderen Medium. Der kunstpädagogischen Praxis kommt hier eine entscheidende Schlüsselfunktion zu.

Das Untersuchungsfeld ist daher auf das enge Beziehungsgeflecht von Wort/Bild einzugrenzen. Insbesondere sind zu untersuchen jene Felder

  • wo Texte Bilder brauchen,
  • Wissen verbildlicht und anschaulich wird,
  • Bilder reflektierend Texte evozieren.

Es liegt nahe, das Verhältnis von Wort/Bild nicht ausschließlich aus der Perspektive kunstpädagogisch/didaktischer Praxis zu reflektieren, sondern weitere Bezugsdisziplinen aus den Erziehungswissenschaften daran zu beteiligen.

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