Zentrum für Medien und Kommunikation
Aktuelle Forschungsprojekte

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mirKUL

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Durch Wissenstransfer Innovationspotential für die Wirtschaft schaffen: Seit September 2013 arbeiten in dem multidisziplinären Projekt mirKUL Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Passau an diesem Ziel. Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Entwicklung eines multimedialen Systems, das Arbeits- und Lernprozesse in kleinen und mittleren Unternehmen mit mobilen und interaktiven Multimedia-Anwendungen unterstützt.

„Im Forschungsprojekt mirKUL untersuchen wir die Nutzung interaktiver Multimediatechnologien auf mobilen Endgeräten als Wissensträger für Unternehmen“, erklärt Michael Granitzer, Professor für Medieninformatik und Sprecher des Konsortiums. „Kleine und mittlere Unternehmen, sogenannte KMU, sollen dabei multimediale Beschreibungen komplexer technischer Prozesse kostengünstig erstellen können. Mit interaktiven Bedienungsanleitungen auf mobilen Endgeräten soll der Wissenstransfer innerhalb und zwischen Unternehmen erheblich verbessert werden. Im Erfolgsfall entstehen neue Dienstleistungen und Softwareprodukte, welche die Effizienz des Wissensmanagements in KMU nachhaltig steigern können und sich flexibel an die Anforderungen unterschiedlicher Bereiche anpassen lassen.“

Projektvisionen und Projektfinanzierung

Das Projekt wird aus dem Förderprogramm VIP (Validierung des Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung für drei Jahre unterstützt. Für die nötige interdisziplinäre Kompetenz sorgen die fünf Antragssteller aus den Bereichen Informatik, Rechts-, Kommunikations- und Wirtschaftswissenschaften. Dabei baut mirKUL auf bereits vorhandener Grundlagenforschung an der Universität Passau auf. Hier wurde in den letzten Jahren ein multimediales Wissensmanagementsystem zum Aufbau, zur Betrachtung und zur Verwaltung von interaktiven Instruktionsvideos entwickelt. Das System unterstützt seine Nutzer bei der schnellen und fehlerfreien Ausführung technischer Arbeiten und ist direkt in den Arbeitsprozess integriert. „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können mit ihren mobilen Endgeräten vor Ort Probleme aufnehmen und melden, Hinweise zu bereits gelösten Problemen abfragen und sich Lösungsvorschläge von Kollegen übermitteln lassen. Dabei können sie auch Inhalte weiterentwickeln und anpassen“, erläutert Harald Kosch, Professor für Verteilte Informationssysteme.

Gemeinsam mit Partnern aus der Region wird das Innovations- und Marktpotential des Systems in der Projektlaufzeit identifiziert. „Durch den Einsatz des Systems profitieren Unternehmen durch verbesserte Arbeitsabläufe. Insgesamt wird ihre Wettbewerbsfähigkeit deutlich verstärkt“, ergänzt Franz Lehner, Professor für Wirtschaftsinformatik. Neben den technischen Fragestellungen gilt es dabei im Unternehmenseinsatz insbesondere auch rechtliche Rahmenbedingungen zu berücksichtigen. „Die rechtlichen Anforderungen an den Datenschutz und das Betriebsverfassungsgesetz müssen aus nahe liegenden Gründen erfüllt werden. Eine wesentliche Herausforderung in der heutigen Informationsgesellschaft besteht in der rechtskonformen Umsetzung neuer Technologien“, mahnt Prof. Dr. Gerrit Hornung, Professor für Öffentliches Recht, Informationstechnologierecht und Rechtsinformatik.

Beteiligte Lehrstühle/Professuren:
Lehrstuhl für Computervermittelte Kommunikation, Philosophische Fakultät
Lehrstuhl für Informatik mit Schwerpunkt Verteilte Informationssysteme, Fakultät für Informatik und Mathematik
Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Informationstechnologierecht und Rechtsinformatik, Juristische Fakultät
Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik II, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät 
Professur für Informatik mit Schwerpunkt Medieninformatik, Fakultät für Informatik und Mathematik

Beispiele für interaktive Videoshttp://siva.uni-passau.de/?q=node/72

Abgeschlossene Forschungsprojekte

CuQ - Crossmedia und Qualitätsjournalismus

Nach drei Laufzeit zogen die Verantwortlichen des EU-Projekts "Crossmedia und Qualitätsjournalismus" am 29. September 2015 vor Pressevertretern Bilanz und gaben gleichzeitig die Veröffentlichung des mehrsprachigen Buches „Freedom of the Media – Freedom through Medien“ („Freiheit der Medien – Freiheit durch Medien“) bekannt. Hier geht es zum Verlag.

Projektbeschreibung und Projektziele

Das Tempus-Projekt „Crossmedia und Qualitätsjournalismus. Innovationen für eine universitäre Journalistenausbildung in der vernetzten Gesellschaft“ hat die curriculure Modernisierung der Journalistenausbildung in der Ukraine und Moldau nach Bologna-Kriterien und Lissabon-Strategie zum Ziel. Kernelement ist die Sicherung und Stärkung der Employability der Absolventen sowie die Zukunftsfähigkeit der universitären Journalistenausbildung. Dies soll erreicht werden durch Know-How- und Technologie-Transfer moderner Medientechnologien und curricularer Erfordernisse angesichts des Medienwandels und seiner Auswirkungen auf den journalistischen Berufsstand.

Die Universität Passau als Projektkoordinator verfügt 2012 über das modernste crossmediale Medienzentrum an einer europäischen Universität und ist laut CHE-Ranking führend in der theoretisch-praktischen Verzahnung der universitären Journalistenausbildung. Die Universität Sibiu verfügt über die besten interkulturellen und fachlichen Schnittstellen zwischen West- und Osteuropa. Die Universität Wien ist fachlich führend in der theoretischen Fundierung des Strukturwandels von Öffentlichkeit.

Das CuQ-Projekt bindet die Anforderungen von Medienindustrie und Zivilgesellschaft (NGOs) im Sinne von Employability in die curriculare Entwicklung ein. Ziel ist ein nachhaltig, dual orientiertes Netzwerk Universität – Medienindustrie (Dortmunder Modell), das im Sinne einer Win-Win-Situation beiden Interessenssphären im Sinne vertraglich garantierter Arbeitsplätze gerecht wird. Zudem wird via Networking und Dissemination ein Netzwerk Kommunikationswissenschaften – Medienpolitik angestrebt, das mittels Expertenstatus und Think-Tank-Idee die Anbindung an die Sphäre der Medienpolitik nachhaltig befördern soll. Die intensive Einbindung von Ministerien und Regierungsstellen soll den maximalen Projektoutput im Interesse der Projektidee langfristig absichern und administrative Kompetenzen auf der operativen Ebene der Lehrstühle stärken. Langfristiges Ziel sind europaweit kooperierende Studiengänge mit Vorbildcharakter.

Projektvision „Crossmedia und Qualitätsjournalismus“

Studierende bei der Arbeit am Projekt 'CuQ'

Medienwelt und Öffentlichkeit befinden sich in einer radikalen Umbruchsphase. Es verschwinden die Grenzen zwischen Journalismus und Publikum. Es verschwinden die Grenzen zwischen Zeitung, Zeitschrift, TV und Internet. Längst ist die Digitalisierung der technischen Sphäre entwachsen und schickt sich an das traditionelle Bild von Öffentlichkeit zu verändern. In der Informationsgesellschaft beansprucht der Bürger via Social Media mit Blogs, Facebooks, Foren und Twitterkanälen „fünfte Gewalt“ zu sein; ein weiterer Akteur bei der Herstellung von Öffentlichkeit. Journalismus als „vierter Gewalt“ erwächst Konkurrenz. Für die vernetzten Gesellschaften von Morgen tritt dabei mehr denn je die Frage der Qualität von Inhalten in den Vordergrund.

Die Digitalisierung stellt das journalistische Berufsbild in Frage. Eine neue Berufswirklichkeit entsteht: Journalisten müssen heute bei gestiegenen organisatorischen, wirtschaftlichen und technischen Anforderungen durch ihre Qualifikationen und Kompetenzen der Medienwirklichkeit Rechnung tragen. Sie sind Zeitungsreporter, TV-Producer und Online-Moderator in einer Person: Reporter schreiben einen Bericht für ihre Zeitung, drehen beim Termin vor Ort für das verlagseigene Fernsehen ein kurzes Video und formulieren einen Kommentar für den Webauftritt, der von den Nutzern online kommentiert, in deren eigenen Blogs weiterverarbeitet wird. Die Zukunft des Journalismus ist crossmedial. Texte, Fotos, Audios und Videos sind miteinander vernetzt, über Mediengrenzen hinweg publiziert. Professionalität ist dabei wichtiger denn je, weil das übergeordnete Ziel, ein durch professionelle Kommunikatoren verwirklichter Qualitätsjournalismus, der den normativen Prinzipien von Objektivität, Ausgewogenheit, Transparenz und Genauigkeit verpflichtet ist, sich gegen konkurrierende neue Akteure bei der Herstellung von Öffentlichkeit im Internet durchsetzen muss.

Dies ist das zentrale Problem des Journalismus in der Gegenwart: Er muss sich sowohl in wirtschaftlicher als auch in inhaltlicher Sicht behaupten, um seine demokratietheoretisch wichtige Aufgabe als Vermittler, Kritiker und Kontrolleur wahrnehmen zu können. Wo jede erdenkliche Information jederzeit und überall zur Verfügung steht, war „Gatekeeping“, die Auswahl von Nachrichten, gestern. Wo alles jederzeit und überall zur Verfügung steht, ist „Gatewatching“, die qualitative Beobachtung, Bewertung, Analyse und Herstellung von Nachrichten, morgen. Kurz gesagt: Nur Professionalität sichert dem Journalismus von morgen seine Existenzberechtigung. Nur eine professionell orientierte Ausbildung sichert Absolventen ein erfolgreiches Bestehen auf dem journalistischen Arbeitsmarkt.

Insofern sind Maßnahmen zu ergreifen, die helfen die Employability der Universitätsabsolventen zu sichern. Insofern müssen die universitären journalistischen Lehrangebote innovativ modernisiert werden. Insofern müssen sich die Fachstudiengänge wie ihr massenkommunikatives Sujet vernetzen. Das Verschmelzen von Medieninhalten auf digitalen Plattformen wird künftig die konkurrenzlose Strategie der Verlage, Sender und Medienunternehmen sein. Crossmedia ist ein unumkehrbarer Trend. Managementfähigkeiten und technische wie ökonomische Schlüsselqualifikationen sind damit erstmals in der Geschichte des Berufsstandes so wichtig wie die inhaltlichen Kompetenzen selbst. Um zu überleben, müssen sich Journalistikstudiengänge auf die Vermittlung derartiger berufsqualifizierender Kompetenzen und Wissensbestände konzentrieren.

Die Kommunikationswissenschaft ist dabei die Fachdisziplin, die sich in ihrer Anwendungsform, der Journalistik, mit der universitären Journalistenausbildung beschäftigt. Sie ist durch die Verzahnung von Sach-, Fach-, und Reflexionswissen und journalistischer Praxis in der Lage, die Voraussetzungen für ein funktionierendes Journalismussystem weiterhin zu garantieren. Die vordringliche Leistung der Kommunikationswissenschaft in der universitären Ausbildung ist es, durch abgesicherte Curricula in die Gesellschaft hinein zu wirken. Ein solchermaßen generierter Qualitätsjournalismus, der sich durch wissenschaftliche Präzision und Seriosität auszeichnet, ist der Garant für die Vermittlung wissenschaftlichen Wissens in die Gesellschaft und dient damit der Entwicklung und Absicherung der künftigen, über Grenzen hinweg operierenden, Informationsgesellschaft.

Durch die Ausbildung internationalisierter journalistischer Curricula, die den Anforderungen der Informationsgesellschaft mit ihrem inhärenten Strukturwandel Rechnung trägt, ist die Fortentwicklung eines Mitwirkens für eine wissensbasierte, transparente und demokratiefördernde Öffentlichkeit im Sinne der Lissabon-Strategie der Europäischen Union gewährleistet. Insofern kann das Projekt einen wesentlichen Beitrag zu der Frage leisten, wie durch wissenschaftliche Lehrangebote eine künftige Austauschbeziehung zwischen Wissenschaft, Öffentlichkeit und Gesellschaft realisiert werden kann. Mehr noch kann ein europäisches Lehrangebot bei Berücksichtigung interkultureller Unterschiede in der Journalistik eine Fokusverschiebung hin zu einer Grenzen überschreitenden, mithin gesamteuropäischen Wahrnehmung in Gang setzen. Diese Art der Politik-, Wirtschafts-, Gesellschafts- und Wissenschaftskommunikation bedeutet einen Transfer der forschungsgestützten Lehre in die Gesellschaften Europas. Wissen stiften heißt in diesem Zusammenhang schlicht und ergreifend Zukunft stiften. 

Spezifische Projektziele

  • Modernisiert: 9 Master-Studiengänge in Journalistik und Medienwissenschaft sind in MD und UA auf Basis des 3-Zyklen-Systems und des EU-ECTS-Modells der Bologna-Reform modernisiert, lizenziert/akkreditiert
  • Erreicht: Kursanerkennung im Konsortium ist erreicht
  • Gestärkt: Employability der Journalistik-Studenten ist durch Netzwerk mit Kooperationsabkommen Universitäten-Medienindustrie nachhaltig gestärkt (Dortmunder Modell)
  • Verankert: Crossmedialer Ansatz ist im Kern des Curriculums verankert
  • Verzahnt: Theorie und Praxis erfolgreich verzahnt, interdisziplinäre Skalierung ermöglicht, um Zukunftssicherheit zu gewährleisten
  • Verbreitet: Nachhaltiges Mustercurriulum verbreitet sich an Universitäten und animiert zu Modernisierung und Internationalisierung (Studenten-/Dozentenaustauschprogramme, Partnerschaftsverträge)
  • Bekannt: Studiengänge sind als Experten des Medien- und Strukturwandels, Crossmedia und Qualitätsjournalismus in Politik und Medien bekannt (Think-Tank-Idee)

Randdaten

Projektkoordination: 
Universität Passau – Prof. Dr. Ralf Hohlfeld – Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaft, Innstr. 33a, ZMK 108, 94032 Passau, Deutschland

Projektleitung:
Dipl.-Journ. univ. Ralph Kendlbacher –  Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaft, Innstr. 33a, ZMK 106, 94032 Passau, Deutschland

Zeitraum: Wintersemester 2012 – Sommersemester 2015

Info_Net Passau – Netzgestützter Wissens- und Technologietransfer

Logo InfoNet PAssau

Die Lehrstühle für Kommunikationswissenschaft und Wirtschaftsinformatik II entwickelten ein Suchmaschinenkonzept, das es ermöglicht, klein- bis mittelständische Unternehmen in Passau mittels netzgestützter Methoden zu verbinden und ihre Beziehung mit der Universität zu intensivieren. Das Projekt wird vom Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert.

Die Grundidee ist eine „Enterprise-Suchmaschine“, vergleichbar mit Google, die alle universitären Internetseiten nach brauchbaren Treffern zum Suchbegriff durchforstet. Ein zielführender Ansatz, um den Wissens- und Technologietransfer zu verstärken. Seit Oktober 2011 arbeiten Ondrej Havel (Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik II) und Franziska Zacher (Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaft) an der Umsetzung des Projektes. Durch eine telefonische Befragung kleiner und mittelständischer Unternehmen aus der Region Passau konnte der Bedarf ermittelt werden. Im Anschluss daran lieferte eine Online-Befragung der Lehrstühle und Professuren der Universität Passau Informationen zum vorhandenen Angebot. Diese Ergebnisse dienten wiederum als Grundlage für die Suchmaschine. Im März 2013 werden die Programmierarbeiten abgeschlossen sein. Derzeit läuft die Testphase mit 200 bis 300 Prüfszenarien.