Friedrich I. "Barbarossa" (1122-1190)

Deutscher König und römischer Kaiser aus dem Hause der Staufer

1122 Geboren als Sohn des Hzg. Friedrich II. von Schwaben und der Herzogstochter Judith aus dem Hause der Welfen.
  Als Konrad III. (+ 15 Febr. 1152) seinen Neffen zum Nachfolger designierte, waren die Fürsten des Landes damit einverstanden; sie dachten, Friedrich werde aufgrund seiner sowohl staufischen als auch welfischen Herkunft eine Politik des Ausgleichs zwischen diesen verfeindeten Geschlechtern führen.
1152 Nach dem Tode Konrads Erhebung Friedrichs am 5.März zum König in Frankfurt am Main. Die Krönung fand am 9. März in Aachen statt.
  Kennzeichen seiner zukünftigen Politik:
Auseinandersetzung einerseits mit Heinrich dem Löwen (+1195), dem mächtigsten aller Reichsfürsten und Herzog von Sachsen und Bayern, und andererseits der Konflikt mit den norditalienischen Städten.
  Erste Regierungsmaßnahmen:
Erlass eines strengen Landfriedensgesetzes und Belehnung seines Vetters Heinrich den Löwen 1156 mit dem bairischen Herzogtum.
18. Juni 1155 Der Vertrag von Konstanz mit Papst Eugen III. (1153) ermöglichte die Kaiserkrönung und den ersten von sechs Italienzügen, in dem er sich um die Wiederherstellung der kaiserlichen Macht südlich der Alpen bemühte. Da Mailand sich Friedrich widersetzte, wurde es nach eineinhalbjähriger Belagerung zerstört.
1159 Aus der Wahl nach dem Tode Papst Hadrians IV. gingen zwei Päpste hervor: Alexander III. (kaiserfeindlich) und Viktor IV. (kaiserfreundlich). Dem Kaiser gelang es nicht, in diesem Schisma eine Lösung herbeizuführen, jedoch musste Alexander III. aus Italien fliehen.
1161 schenkt dem Passauer Domstift das Kloster Niedernburg (mit gewissen Beschränkungen, die erst 1193 aufgebhoben werden).
1165 kehrte Papst Alexander III. aus seinem Exil nach Rom zurück. Sofort zogen 1166 abermals deutsche Truppen nach Italien, die bei Tusculum die Römer schlugen und ganz Norditalien und Rom erobern konnten. Der inzwischen verstorbene Viktor IV. erhielt in Kalixt III. einen Nachfolger, sodass das Schisma weiterbestand.
1167 kam es aber zu einer schicksalhaften Wendung. Eine vor Rom ausbrechende Seuche dezimierte das deutsche Heer und machte ebenfalls alle Hoffnung auf eine Unterwerfung des Normannenreiches in Süditalien zunichte. Darüber hinaus reorganisierte sich der Widerstand in den norditalienische Städten im Lombardenbund. Friedrich blieb nur noch der Rückzug nach Deutschland.
  Bevor er wieder nach Italien aufbrechen konnte, war er um eine Stärkung der Königsmacht in Deutschland bemüht. Er gründete dazu mehrere Städte und baute seine Hausmacht in Mitteldeutschland aus.
1174-1178 Aufbruch mit einem neuen Heer zu seiner 5. Italienfahrt. Friedrich konnte einige Erfolge gegen die Lombarden erzielen. Als jedoch in Chiavenna Heinrich der Löwe ihm die Heerfolge verweigerte und mit seinem Kontingent abzog, unterlag das deutsche Heer bei Legnano 1176. Im Sonderfrieden von Venedig 1177 versöhnten sich Friedrich I. und Papst Alexander III. Dies bedeutete auch das Ende der Kampfhandlungen mit den Lombarden und den Normannen sowie das Ende des Schismas.
1183 erkannte Friedrich im Frieden von Konstanz die Selbstverwaltung der italienischen Städte an. Diese waren im Gegenzug zu finanziellen Gegenleistungen und zur Anerkennung der kaiserlichen Oberhoheit bereit.
1179/80 Heinrich der Löwe wurde als Herzog von Sachsen und Bayern abgesetzt und
1181 musste zu seinem Schwiegervater nach England in die Verbannung gehen.
1184 Neue Streitigkeiten mit dem Papsttum, welche einen 6. Italienzug erforderlich machten. Auf diesem ließ Friedrich seinen Sohn Heinrich (VI.) zum König von Italien krönen und vermählte ihn mit Konstanze, der Erbin von Sizilien. Damit dehnte er die staufische Macht bis nach Unteritalien aus.
1189 Friedrich bricht mit einem Heer zum 3. Kreuzzug (1189-1192) von Regensburg aus ins Hl. Land auf und kommt dabei wahrscheinlich auch durch Passau.
10. Juni 1190 Ehe er das Heilige Land erreicht, ertrinkt er beim Baden im Fluss Saleph in südanatolischen Kilikien.

bearbeitet von: Wolfgang Gahbauer
(16.8.2004)

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