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22. Passauer Bischof
| ca. 1015 | Geburt in Paderborn/Westfalen |
| Studium u.a. in Paris und später Kanonikus und Leiter der Paderborner Domschule | |
| 1051 | Propst am Marienstift in Aachen, dann Hofkaplan bei König Heinrich III. |
| 1064-65 | Teilnahme an der deutschen Palästinawallfahrt nach Jerusalem, wo er durch einen Eilbrief der Kaiserin Agnes die Nachricht erhält, dass er zukünftiger Bischof werden soll |
| 1065 | Ernennung zum Bischof von Passau durch die Kaiserin Agnes und König Heinrich IV. |
| Ab 1067 | Beginnt sein
Reformwerk durch Klostergründungen und Reformen
vorhandener Klöster: Chorherrenstift St. Nikola vor Passau (1067), Reform St. Florian und Kremsmünster (1071), Gründung des Chorherrenstifts Rottenbuch (1073/74) und St. Pölten, Melk (1089) |
| 1073 | wird Gregor VII. zum Papst gewählt Damit beginnt die Auseinandersetzung zwischen Kaisertum und Kirche (Papst Gregor VII. gegen Heinrich IV.) Altmann unterstützt dabei den Papst zur Abschaffung der Laieninvestitur und Einführung des Zölibats |
| 1074 | Fastensynode in Rom:
gegen Simonie und Priesterehen Der Klerus wehrt sich, das Volk ist dafür Altmann verliest die päpstlichen Dekrete und untersagt Kanonikern und Priestern den ehelichen Umgang Es kommt daraufhin zur Rebellion, worauf Altmann durch kaiserliche Ritter weggeführt wird und dann die Flucht ergreift |
| 1076/77 | Mit Ausbruch dieses Investiturstreits endet Altmanns gutes Verhältnis zu Heinrich IV. |
| 1077/78 | Heinrich IV.
verwüstet Passau, entsetzt Altmann seines Bistums, und
Altmann flüchtet in das Kloster Göttweig Er kann nur noch im Ostteil seiner Diözese tätig sein, während das westliche Gebiet dem Kaiser unterliegt |
| 1079 | Altmann resigniert sein Bistum (als durch Laieninvestitur nicht kanonisch erlangt) in die Hände des Papstes und wird von diesem erneut als Bischof eingesetzt. (Die Glaubwürdigkeit dieser Nachricht ist jedoch umstritten.) |
| 1080 | Altmann wird zum
päpstlichen Vikar durch Papst Gregor VII. ernannt, kann jedoch nicht nach Passau
zurückkehren Altmanns Gegenbischöfe werden Hermann (1085-1087) und Thiemo (1084-ca.1105) |
| 1083 | Weihung des von ihm gegründeten (1067) Stifts Göttweig (www.stiftgoettweig.at) |
| 1091 | 8.August Tod in der Verbannung in Zeislmauer nahe Wien und in der Krypta Göttweig begraben |
Bewertung: Altmanns Verdienste um die Kirche waren umstritten; ihre Bewertung hängt wesentlich davon ab, welche Stellung man zu den Bestrebungen der Kirchenreform des 11. Jahrhunderts einnimmt. Auf der einen Seite war er der gerechte Reformer, der trotz seiner Vielseitigkeit und seines wirtschaftlichen Weitblicks immer im Innersten Priester, Seelsorger und überzeugter Diener seines Landes blieb. Auf der anderen Seite war er der Draufgänger und Aufrührer gegen den König, der angeblich auch vor Gewalttaten nicht zurückschreckte und für seine Ideale und Ziele Verbannung und Verfolgung ertrug.
Er ist der einzige Bischof, der als Heiliger verehrt wird. Jedoch kam es nicht zur Kanonisierung.
In Passau tragen seinen Namen: der Volksaltar im Dom, das Diözesanhaus Domplatz 3 und eine Strasse (Verbindung Inn- zur Sechzehnerstrasse).
Anekdote: Der tote Altmann
soll noch um Göttweig besorgt sein und 1094 dem Prior Hartmann
von St. Blasien im Schwarzwald im Schlafe erschienen sein, um ihm
den Hirtenstab zu übergeben und ihm das Kloster Göttweig zu
empfehlen.
(Bild rechts unter http://www.aeiou.at/aeiou.encyclop.a/a414529.htm).
Unter Abt Hartmann wurde Göttweig schließlich ein Mittelpunkt des geistigen und geistlichen Lebens.
bearbeitet von:
Anja Baierlein
(3.8.2004)