Grabengasse – Römerwehr

 

Die Grabengasse, deren früherer Name "im Graben" war, verläuft von der Ludwigstrasse zum Unteren Sand.

Sie hat ihren Namen von einem Wassergraben, der bis zum Jahr 1209 die Donau mit dem Inn verband. Dieser Wassergraben diente zusammen mit einer Wehrmauer, der heute genannten Römerwehr, als Befestigungsanlage, die um 980 auf Befehl Bischof Pilgrims auf keltische und römische Fundamente gebaut wurde, um die frühmittelalterliche Stadt (heutige Altstadt) zu schützen. Die Wehrmauer bestand aus Granit und Gneis und besaß früher einen Zinnenkranz.

Erst seit dem 19. Jahrhundert trägt die vorher nur als "Wehr" bezeichnete Wehrmauer den sachlich unbegründeten Namen Römerwehr.

Den Zugang zur Altstadt bildeten der frühmittelalterliche Paulusbogen und das Innbrücktor, das sich unter der alten Residenz befindet. Im Westen der Wehrmauer befand sich die Vorstadt (suburbium), die im Laufe des 10. und 11. Jahrhunderts entstanden sein dürfte und seit Beginn des 13. Jahrhunderts den Namen Neumarkt trägt (novum forum). In diesem Gebiet befanden sich zu Beginn vor allem Handwerksbetriebe.

Im Jahre 1209 wurde auf Befehl von Bischof Manegold eine neue Wehrmauer gebaut, die sich weiter westlich befand, wodurch auch der Neumarkt in die Stadtbefestigung mit einbezogen wurde. Damit verlor die alte Befestigungsanlage an Bedeutung, und der Wassergraben konnte aufgefüllt und bebaut werden. Jedoch blieb noch lange ein kleines Rinnsal, das man bei der Landstrasse (heutige Ludwigstrasse) auf einer kleinen Brücke überqueren konnte. Der südliche Teil des aufgefüllten Grabens bildet die heutige Grabengasse.

Erstmals in Urkunden erwähnt wurde die Grabengasse 1318.

bearbeitet von: Patrizia Müller
(18.8.2004)

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