| Ca. 100 n.Chr. | Bau eines kleinen Kastells (Kastell Boiodurum) in der Rosenau am Ostende von Passau-Innstadt, das wohl eine kleine Auxiliareinheit (numerus) als Besatzung hatte. Das ursprünglich in Holz-Erde-Technik, im 2. Jahrhundert in Stein ausgebaute Kastell war ca. 1,3 1,4 ha groß, seine Nordseite hat der Inn abgespült. Aus dem Kastell stammen einige römische Waffenteile, wie ein Helmbügel und Lanzenspitzen. |
| 3. Jh. | Kastell Boiodurum fiel der Zerstörung durch Alemannen zum Opfer. Man baute es man bei der Reorganisation der römischen Grenzverteidigung nicht wieder auf. Vielmehr verlegte man es weiter innaufwärts (jetzige Passauer Innstadt). Wahrscheinlich wollte man an der Stelle, wo sich der römische Innübergang befunden hatte, einen befestigten Brückenkopf errichten. Der spätrömische Wehrbau (Kastell Boiotro) unterschied sich in Form, Größe und Funktion grundsätzlich von seinem Vorgänger in der Rosenau. Er entstand in der Grundform eines unregelmäßigen Trapezes im Zwickel zwischen Inn und der Mündung des Beiderbaches. |
| 4. Jh. | Dieses Kastell ist wahrscheinlich schon im 4. Jahrhundert vom Militär aufgegeben worden, worauf in seinen Mauern ein Gebäude errichtet wurde, das möglicherweise das von Hl. Severin gegründete Kloster darstellt. |
| 12./13. Jh. | Im 12./13. Jahrhundert wurde die spätrömische Mauersubstanz weitgehend abgebrochen, vielleicht schon in ursächlichen Zusammenhang mit der Errichtung der spätkarolingisch-ottonischen Severinskirche, für deren umfangreichen Baukomplex man dringend Steinmaterial benötigte. |
| Beginn 15. Jh. | Man begann die letzten aufrecht stehenden Ruinenreste des Kastells Boiotro abzubrechen und die Steine für den Bau der neuen Stadtmauer um die Innstadt zu verwenden. Nur im Bereich des heutigen Museumsgebäudes blieben im Keller größere römische Mauerreste erhalten, da sie in den Bau eines spätmittelalterlichen Hauses, des heutigen Museums, einbezogen waren. |
| 1974 | Als ein Baggerfahrer beim Bau eines Kindergartens auf eine starke und offensichtlich sehr alte Mauer stieß, beseitigte er diese nicht, sondern meldete seine Beobachtung. In Folge wurde vom zuständigen Denkmalpfleger Dr. Rainer Christlein die Erforschung aller zugänglichen Bereiche des Kastells veranlaßt. Dies war der Grundstein für das heutige Museum. |
| 1982 | Eröffnung des Museums in einer ersten Ausbauphase zum 1500. Todesjahr des Heiligen Severin. Gesicherte Reste der Kastellmauer und des Tores unter der heutigen Lederergasse wurden durch dunklere Straßenpflasterung markiert. |
Römermuseum Kastell Boiotro:
Lederergasse 43
94032 Passau
Tel.: 0851/34769
Homepage: http://www.stadtarchaeologie.de
bearbeitet von:
Barbara Schwaiger
(17.8.2004)