Das Johannes-Spital

Seitenangaben bei der Literatur

Die Entstehung des Johannes-Spitals ist auf die Kreuzzugbewegungen des frühen Mittelalters zurückzuführen. Passau lag hierfür sehr günstig, und viele Passauer Geistliche waren an diesen beteiligt. So gründete das Domkapitel von Passau um 1198 in der Vorstadt ein Hospital. Es liegt direkt hinter dem Paulusbogen, der damaligen Stadtbegrenzung. Ursprünglich war es für die Versorgung der Pilger und Kreuzfahrer gedacht, dann sollten hilfsbedürftige und alte Bürger Passaus dort Hilfe finden. Bis 1278 unterstand es dem Domkapitel, danach gehörte es der Stadt. Der erste Spitalmeister führte da zum ersten Mal seine ehrenamtliche Tätigkeit aus.

Das Spital lebte von Spenden und konnte sich damit sehr gut finanzieren, denn es war die reichste Stiftung der Stadt zu dieser Zeit. Über das Leben der Insassen gibt es kaum Quellen. Man weiß nur, dass diese täglich für ihre Stifter beten mussten, damit sie Verpflegung, Unterkunft und Medikamente kostenlos bekamen.

1506 schloss sich dem Johannes-Spital das Bürgerliche Heilig-Geist-Spital an. Anfangs war dieses nur für das Bürgertum bestimmt, bis 1530 die Gemeinden gesetzlich für die Armenpflege zuständig wurden. Die Stadtbrände von 1662 und 1680 hinterließen natürlich ebenfalls ihre Spuren, die Schäden wurden aber wieder beseitigt. Als das Spital 1811 das Braurecht erhielt, hatte es eine zusätzliche Einnahmequelle.

Im Laufe der Geschichte wurde das Spital öfters umgebaut und teilweise auch für Läden verwendet. Hier ist Bischof Heinrich Hofstätter (1839-1875) zu erwähnen, der vor allem die Spitalkirche von allen unnötigen Ziergegenständen reinigte, welche sich in den Jahren ansammelten und somit wieder für die reine gotische Strenge sorgte. Nun erfüllt das Johannes-Spital als Spital für Pensionäre wieder seinen ursprünglichen Zweck. Das eigentliche Spital, das älteste Gebäude, ist heute der Rindermarkt 12. Das ehemalige Bräuhaus ist die heutige Rosstränke 2.

Die Spitalkirche Sankt Johannes der Täufer

Die gotische Spitalkirche Sankt Johannes der Täufer wurde ebenfalls 1198 gegründet. Dieser selten gewählte Patron wurde in Passau in Zusammenhang mit den Kreuzzügen nach dem Vorbild der Johanniter ausgesucht. Albert Behaim gibt als weiteren Patron den heiligen Oswald an; dieses Kopatrozinium ist aber in keiner anderen Quelle belegt.

Ursprünglich besteht die gotische Kirche aus zwei Schiffen. Es gibt in der Kirche zwei Trakte, einer war für Männer, der andere für Frauen gedacht. In diesem Sinne der Geschlechtertrennung war das ganze Spital aufgebaut. Es gibt verständlicherweise mehrere Abbildungen des Heiligen Johannes dem Täufer. Eine Figur ist zum Beispiel auf dem linken geöffneten Altarflügel vorzufinden. Sechs Reliefbilder aus seinem Leben sind an der Empore angebracht.