Keltisch "Ine" = der Fließende, lateinisch "Oenus", romanisch "En"
Der Inn ist ein rechter Nebenfluss der Donau und 510 km lang. Er entspringt nahe dem Malojapass im Schweizer Engadin, fließt durch das Bundesland Tirol in Österreich mit der Landeshauptstadt Innsbruck. Im weiteren Verlauf fließt der Inn durch Oberbayern und bildet dann die Grenze zwischen dem österreichischen Innviertel und Bayern. Er hat ein Einzugsgebiet von 25.000 km². Bei Passau mündet der Inn in die Donau. An der Einmündung ist er breiter als die Donau selbst und vergrößert ihre Wassermenge um mehr als die Hälfte. Zusammen mit der Ilz fließen Donau und Inn nur deshalb unter dem Namen der Donau weiter in Richtung Schwarzes Meer, weil die Donau bis Passau bereits eine weitere Strecke zurückgelegt hat.
Vom 14. bis Ende des 16. Jahrhunderts kam dem Inn eine herausragende Bedeutung als Transportweg zu. In großen Mengen wurde auf den Salzplätten das "weiße Gold" von den Lagerstätten in Hallein (Fürstbistum Salzburg) und Reichenhall auf dem Inn flussabwärts nach Passau verschifft. Ab 1390 durfte kein Frachtschiff die Passauer Innlände passieren, ohne das Salz in städtischen Salzstadeln "niederzulegen" und den Passauer Salzfertigern zum Vorkauf anzubieten. Kochsalz stellte zu der Zeit das einzige Konservierungsmittel dar, mit dem Nahrung für längere Zeit haltbar gemacht werden konnte. Die Kontrolle der Transportwege und der Lager-, Umschlag- und Stapelplätze sicherte Reichtum und Macht für Passau, bis das Eingreifen der bayerischen Herzöge den in der Mitte des 16. Jahrhunderts noch in schwindelerregende Höhen aufgestiegenen Passauer Salzhandel 1594 zum jähen Absturz brachte.
Städte am Inn:
Sankt Moritz, Landeck, Imst, Innsbruck, Hall, Schwaz, Rattenberg, Wörgl, Kufstein, Rosenheim, Wasserburg am Inn, Mühldorf am Inn, Neuötting am Inn, Braunau am Inn, Simbach am Inn, Schärding, Passau
Nebenflüsse:
Rechte Nebenflüsse:
Salzach, Alz, Kelchsauer Ache, Wilschönauer Ache, Alpbach,
Ziller, Sill, Melach, Ötztaler Ache, Pitzbach, Faggenbach
Linke Nebenflüsse: Mangfall,
Brandenburger Ache, Sanner, Isen
bearbeitet von:
Simone Kuhnt
(17.8.2004)