Die Ilzstadt

Die Siedlungsgeschichte am linken Ufer der Ilz beginnt zwischen 800 v. Chr. und 400 v. Chr. Die Ilzstadt wird urkundlich das erste Mal jedoch erst 1150 n. Chr. erwähnt.

Sie war nie mit Dorfrechten ausgestattet und dem Richter des Klosters Niedernburg unterstellt. 1225 wurde dieser von einem Stadtrichter abgelöst, was die Ilzstadt als einen Teil der Stadtkommune Passau auswies.

Von der Ilzstadt führte der sogenannte "Goldene Steig" durch den bayerischen Wald nach Norden. Über diesen wurde das salzlose Königreich Böhmen und Prag mit Salz und Venedigware beliefert. Die Waren wurden mit Booten über die Donau gebracht und an der Einmündung der Ilz in die Donau (der sogenannten Lände) auf Saumrosse verladen. Es siedelten sich vornehmlich Wirte zur Verpflegung der Säumer, Schopper (Bootsbauer) und Hafner wegen der Lehmvorkommen an.

Um 1408 wird im Zuge der Stadtbefestigung um die Ilzstadt eine Wehrmauer mit zwei Verkehrstoren errichtet (im Osten am Schnittpunkt von Mauer und Donau und im Norden am Schnittpunkt von Mauer und Ilz). Ebenfalls im 15. Jahrhundert werden die Juden, die vorher im Schatten der bischöflichen Immunität standen und in der Judenschulgasse lebten, in die Ilzstadt verbannt. Ihre Synagoge befandet sich dort, wo heute die Kirche St. Salvator steht.

Die wirtschaftliche Entwicklung erreichte am Ende des 16. Jahrhunderts ihren Höhepunkt. 1594 einigte sich der bayerische Herzog Maximilian mit dem Salzburger Erzherzog und übernahm die gesamte Salzproduktion Halleins. Passau wurde somit vom Salzhandel abgeschnitten und der langsame Niedergang der Ilzstadt eingeleitet. 1809 wurde der über mindestens drei Jahrhunderte genutzte Fußsteg über die Ilz durch eine mit Fuhrwerken befahrbare Brücke ersetzt. Das Sterben der ehemals mehr als 20 Wirtshäuser begann, denn niemand musste mehr in der Ilzstadt übernachten.

Die Ilzstadt wurde seit dem 15. Jahrhunder zwar von keinem Stadtbrand mehr heimgesucht, dafür aber andauernd überflutet. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Ilzstadt unter dem Leitbild der Hochwasserfreiheit (wegen der Überflutungen von 1954 und 1956) saniert. Der Charakter und das Stadtbild des Fischerstädtchens sollten erhalten bleiben, was aber fehlschlug.

Die Ilzstadt musste einen starken Einwohnerrückgang hinnehmen. 1971 schloß die letzte Schule, und seit 2001 gibt es kein Lebensmittelgeschäft mehr.

bearbeitet von: Erik Janshen
(17.8.2004)

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