Die Ilz

Die Ilz, auch ‚Schwarze Perle’ genannt, entspringt im Bayerisch-Böhmischen Grenzgebiet zwischen Rachel und Lusen. Sie verläuft auf einer Gesamtlänge von 65 km durch die Mittelgebirgslandschaften des bayerischen Waldes und trifft in Passau mit Donau und Inn zusammen. Der Höhenunterschied von der Quelle bis zur Mündung beträgt 1000 Meter, ihr Einzugsgebiet etwa 850 km2. Der Untergrund des Flussbettes besteht vorwiegend aus abriebfesten Gesteinsarten wie Granit und Gneis, weshalb das Wasser der Ilz weich und kalkarm ist. Ab Fürsteneck ist das Flussbett als Ilztal nach Süden zur Donau hin schluchtartig eingetieft.
Nicht zu Unrecht wurde die Ilz 2002 und 2003 zur ‚Flusslandschaft des Jahres’ ernannt: sie gehört zu den saubersten Flüssen Deutschlands, ein Großteil ihres Verlaufs ist inzwischen zum Naturschutzgebiet erklärt worden. 20 000 verschiedene Tierarten, seltene und geschützte Flora und Fauna wie beispielsweise die sibirische Schwertlilie, Brand-Knabenkraut, Feuersalamander, Eisvögel, Gelbbauchunken, Flussperlmuscheln und viele andere, sind in diesem einzigartigen Biotop anzutreffen.

Obwohl die relativ geringe Wasserführung von 18 m3 /s (vor der Einmündung in die Donau) eine kommerzielle Beschiffung der Ilz unmöglich macht, wurde sie in der Vergangenheit auf verschiedene Weise wirtschaftlich genutzt. Bis ins 17. Jahrhundert hinein wurde in der Ilz Gold gewaschen, danach waren die Vorkommen so weit erschöpft, dass dieser Wirtschaftszweig unrentabel wurde und verschwand.
Ab dem 18. Jahrhundert, als die Holzvorräte im direkten Passauer Umland knapper wurden, und bis in die 1920er Jahre hinein, wurde auf der Ilz Holzdrift betrieben, um die großen Waldbestände des bayerischen Waldes zu nutzen. Von 1827 bis 1830 wurde der 130 Meter lange Triftstollen bei Hals zum Zwecke der Holzlagerung gebaut. Ein weiterer Ilzer Wirtschaftszweig war Jahrhunderte lang das staatliche Vorrecht der Perlfischerei. Eine aus tausend Flussmuscheln trägt solch eine wertvolle weiße, schwarze, rote oder grüne Perle. Heute ist die Perlfischerei streng verboten, die selten gewordene Flussmuschel steht unter Naturschutz.

In jüngerer Zeit ist eine weitere Form der Nutzung hinzugekommen: so dient die Ilz seit 1920 der Stromgewinnung aus Wasserkraft. Von 1920 bis 1953 war das Kraftwerk bei Hals in Betrieb und wurde dann durch das neue Kraftwerk an der Oberilzmühle abgelöst.
Auch touristisch hat das Ilztal mit seinen gepflegten Rad- und Wanderwegen und seinen Routen durch die wunderschöne, naturbelassene Mittelgebirgslandschaft, einiges zu bieten.

  • Informationsseite der Ilztalgemeinden für Touristen: www.ilztal-info.de
  • bearbeitet von: Deborah Lindemann
    (17.8.2004)

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