Die Stadt Passau wurde historisch in regelmäßigen Abständen von starken Hochwassern heimgesucht; bereits Enea Silvio Piccolomini (= Papst Pius II.) weist in seiner Beschreibung Passaus von 1444 darauf hin, daß nur wenig fehlt, daß sich Inn und Donau bereits am Eingang der heutigen Fußgängerzone vereinigen. Diese Hochwassergefahr konnte trotz verschiedenster Sicherheitsvorkehrungen bis heute nicht beseitigt werden und wird wohl immer als "Markenzeichen" Passaus erhalten bleiben.
Begünstigt werden die Hochwasser im
wesentlichen durch drei Faktoren:
Städtebaulich erfolgte aufgrund der ausgesprochenen
Raumdeterminiertheit eine besonders dichte Besiedlung der
Flussufer von Donau, Inn und Ilz. Insbesondere im Bereich der Donaulände öffnet
sich die Stadt regelrecht zur Donau hin.
Die Lage im Mündungsdreieck der drei Flüsse dominiert die
naturräumlichen Faktoren. Passaus Halbinsel, die durch den
Mündungsverlauf von Donau und Inn gebildet wird, ist mit 300m an
der breitesten Stelle recht schmal und liegt außerdem niedrig
(Domhöhe nur 313 mNN). Die Flüsse sind durch Steilhänge stark
in ihren Möglichkeiten eingeschränkt, anderweitig auszuweichen.
Bei hohen Pegelständen entsteht in der von Norden her in die Donau einmündenden Ilz ein Rückstau, so
dass auch die Ilzstadt regelmäßig überflutet wird.
Die Hauptverantwortung für Passaus Hochwassergefährdung tragen
allerdings meteorologische Phänomene. Die
"Normalhochwasser" in Herbst und Winter entstehen
infolge jahreszeitlich bedingter starker Regenfälle. Die
nördlichen Zuflüsse der Donau aus dem Flachland und
Mittelgebirge (Wörnitz, Altmühl, Naab, Regen und Ilz) führen hier zu viel Wasser und verursachen eine
Überflutung in Passau. Für die ebenfalls "normalen"
Hochwassersituationen im Sommer sind die südlichen Zuflüsse der
Donau verantwortlich (Riß, Iller, Günz, Mindel, Lech, Isar und Inn), die infolge der Schneeschmelze in den Alpen zu
viel Wasser führen. Diese Formen des Hochwassers sind also
periodisch und nicht unvorhersehbar, wodurch man sich relativ gut
auf sie einstellen kann.
Zu einem Katastrophenhochwasser wie zuletzt im Sommer 2002 kommt
es dann durch eine Kombination beider: zur vermehrten
Wasserführung durch die Schneeschmelze kommen durch starke,
langanhaltende Regenfälle zusätzliche Wassermassen hinzu.
Wie bereits eingangs erwähnt sind die Passauer schon regelrecht an das Hochwasser gewöhnt und haben sich in den gefährdeten Stadtteilen darauf eingestellt: man hält Sandsäcke und Abdeckungen bereit und ist darauf eingerichtet, die Räume im Erdgeschoss schnell ausräumen zu können. Durch Staustufen, Dämme, verbesserte Vorhersagemethoden und ein ausgefeiltes Frühwarnsystem des Wasserwirtschaftsamts lassen sich die Schäden im Vergleich zu früheren Jahrhunderten vergleichsweise gering halten. Das Jahrhunderthochwasser des Jahres 2002, bei dem die Donau einen Pegelstand von 10,81 m erreichte, richtete "nur" einen geschätzten Gesamtschaden von 250.000 an also vergleichsweise wenig.
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Einen traurigen Rekord verzeichnete das Jahr 1954, in dem die Donau ihren bisher höchsten aufgezeichneten Stand von 12,2m, der Inn 10,10m und die Ilz 12,15m erreichten und ein Schaden von umgerechnet 3 Mio. entstand. Glücklicherweise hat Passau in seiner jüngeren Geschichte keine Todesopfer durch Hochwasser zu beklagen. |
Es wird also auch in Zukunft weiterhin regelmäßig zu Hochwasserlagen in Passau kommen insbesondere auch angesichts veränderter Klimaverhältnisse , allerdings sollten diese nicht dramatisiert werden.
Hochwassermarken: am Rathaus (19##) und an der Ecke Roßtränke/ Nagelschmiedgasse (14##).
bearbeitet von:
Sebastian Lindemann
(17.8.2004)