Die Donau

(lat. Danubius)

Die Donau ist mit über 2850 km der zweitlängste Fluss Europas. Sie entspringt bei Donaueschingen auf der Ostseite des Schwarzwaldes und durchfließt auf ihrem Weg von Westen nach Osten zehn Länder - Deutschland, Österreich, die Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Rumänien, Bulgarien, Moldawien und die Ukraine - , bis sie schließlich ins Schwarze Meer mündet, dessen Hauptzufluss sie ist. Seit jeher verbindet sie somit die unterschiedlichsten Völker, Kulturen und Religionen.

Entlang des Flusslaufes finden sich zahlreiche Zeugnisse der langen Geschichte, die von der Donau als Grenzfluss, Handelsweg und Siedlungsraum geprägt wurde: Burgen, mächtige Klöster und Paläste, Städte ebenso wie vielfältige und manchmal sagenumwobene Landschaften. Die bedeutensten Städte entlang der Donau sind unter anderem Regensburg und Passau (die "Dreiflüssestadt", an deren Rand sich die Donau mit Inn und Ilz vereinigt), Linz und Wien (Österreich), Bratislava (Slowakei), Budapest (Ungarn), Belgrad (Serbien) sowie Galati und Bràila (Rumänien).

Schon in vorgeschichtlicher Zeit spielte die Donau als Handelsweg für Metalle, Salz und Bernstein eine große Rolle. Mit der Ausdehnung des Römischen Reichs wurde ihre Bedeutung noch gesteigert. Die Römer nutzten den Fluss zum Transport von Truppen und Baumaterial zur Versorgung ihrer unterschiedlichen Stützpunkte. Seit Mitte des 1. Jahrhunderts nach Christus befestigten sie die Donau durch Legionslager, Kastelle und Straßen als Reichsgrenze und verbanden sie schließlich durch den Limes mit dem Rhein, dem zweiten Grenzfluss des Reiches. Fast ein halbes Jahrtausend hielt diese Rhein-Donaugrenze.

Als nach dem Untergang Westroms (Ende 5.Jh.) die Römerstraßen langsam verfielen, blieb die Donau die einzige leistungsfähige West-Ost-Verbindung. Entlang der Donau führte auch der im Nibelungenlied geschilderte Zug der Burgunder nach Ungarn und der Kriegszug Karls des Großen gegen die Awaren .Im Mittelalter wurde sie eine Hauptachse des Fernhandels nach Griechenland und Indien. Im Donauraum trafen damals Kaufleute der gesamten damals bekannten Welt zur Abwicklung ihrer Geschäfte zusammen. Im 19. Jahrhundert wurde der Strom zu einer wichtigen Verbindung zwischen den aufstrebenden Industriezentren in Deutschland und den landwirtschaftlich geprägten Gebieten auf dem Balkan.

Heute ist die Donau ein modern genutzter Fluss, der fast zur Gänze, d.h. auf 2.415 Stromkilometern, schiffbar ist. Der Rhein-Main-Donau-Kanal, der 1992 eröffnet wurde, schuf mit seinen insgesamt 16 Schleusen erstmals eine Verbindung von der Nordsee bis zum Schwarzen Meer und sicherte so die Bedeutung der Donau als eines der wichtigsten Handelswege auch für die Zukunft. Doch nicht nur für den Handel, auch als Energiequelle mit zahlreichen Staustufen und Kraftwerken ist die Donau von unermesslichem Wert. Zudem erfreut sich die Personenschifffahrt auf der Donau zunehmender Beliebtheit und so kreuzen momentan über 70 Kabinenschiffe regelmäßig zwischen Passau und Donaudelta.

In Passau wird die Donau unter Umständen durch den schneller fließenden und mehr Wasser führenden Inn zurückgestaut; die Folge ist dann Hochwasser.

bearbeitet von:Julia Hillebrand
(16.8.2004)

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