(Hopfen und Malz- Gott erhalt's)
Für die Römer, die fast nur Wein tranken, war Bier ein abscheulicher Trank der Barbaren. Tacitus, der als erster einen ausführlichen Bericht über die Germanen verfasste, schrieb: "Als Getränk haben die Germanen ein schauerliches Gebräu aus Gerste oder Weizen gegoren, ein Gebräu, welches mit Wein eine sehr entfernte Ähnlichkeit hat." Nach der Edda, dem großen nordischen Epos, war der Wein den Göttern vorbehalten, das Bier gehörte den Sterblichen und Met den Bewohnern des Totenreiches. Das Brotbacken und das Bierbrauen gehörte in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung eindeutig zu den Aufgaben der Frau
| Geschichte des Bieres | Bier
gleich Frauensache? Das änderte sich erst kurz vor der
Jahrtausendwende, als man begann, sich in Klöstern,
welche seit der Verbreitung des Christentums in Europa
zahlreich entstanden, mit der Braukunst zu beschäftigen.
Als Karl
der Große im Jahre 800 n.
Chr. Kaiser wurde, gab es alleine in Bayern 300 Klöster,
von denen einige schon seit 150 Jahren Bier brauten.
Gegen eine Gebühr erhielten die Mönche das Recht, Bier
gewerblich zu vertreiben, und somit entwickelten sich
viele Klöster zu gut geführten Wirtschaftsbetrieben. Im
Jahre 1040 wurde dem bayrischen Kloster Weihenstephan vom
Freisinger Bischof das Brau- und Schankrecht verliehen.
Weihenstephan ist heute die älteste heute noch
bestehende Brauerei. Übrigens: Das "Anstoßen" wurde, einem Gerücht zu Folge, als Vertrauensbeweis im Mittelalter zur gängigen Tischsitte. In dieser Zeit war es durchaus üblich, den ein oder anderen Zeitgenossen mittels einer Prise Gift vom Diesseits ins Jenseits zu befördern. Um nun in gemütlicher Runde sicher sein zu können, dass keiner der Anwesenden ein derart heimtückisches Attentat geplant hatte, stieß man mit den massiven Krügen so heftig an, dass das Bier überschwappte - in den Krug des Gegenübers wohlgemerkt. Wollte ein Attentäter oder Auftraggeber also die Gefahr meiden, selbst ein Portiönchen des verabreichten Mittelchens zu schlucken, durfte er nicht anstoßen. Wer nicht anstieß, war also verdächtig! Im Umkehrschluss heißt das: Traue nur denen, mit denen Du zum Biere gesessen und angestoßen hast! Da beim Bierbrauen häufig etwas daneben ging, was man sich aufgrund des damaligen Wissensstandes nicht immer erklären konnte, suchte man in vielen Fällen den Schuldigen im Bereich des Mystischen. Viele wundersame Kräutlein und kultische Gegenstände wurden auch noch im späteren Mittelalter um den Sudkessel herumgelegt, um böse Geister fernzuhalten. Dieser Aberglaube ging soweit, fehlgeschlagene Brauversuche sogenannten "Brauhexen" oder "Bierhexen" zuzuschreiben. Die letzte Verbrennung einer "Brauhexe" erfolgte im Jahre 1591. Dies kann man wohl als den "dunkelsten" Aspekt der Bierherstellung ansehen. Das Ende des Aberglaubens kam mit der Durchsetzung des Hopfens. Auch wenn die Verwendung des Hopfens erst einmal verboten wurde, setzte sich dessen Verwendung auf Dauer durch. Zum einen wurde das Bier dadurch haltbarer und der Brauprozess stabiler. Es ging weniger schief, und es mussten weniger "Schuldige" gesucht werden. Mit der Verwendung des Hopfens erhielt das Bier seinen "klaren Charakter". Das damalige Bier glich somit fast den uns heute bekannten Biersorten, sowohl geschmacklich als auch auf das Aussehen bezogen. Um nun eine gewisse Beständigkeit zu erzielen und die Qualität der Brauereiergebnisse konstant zu halten, erließ 1516 der damalige bayrische Herzog Wilhelm IV. das sogenannte Reinheitsgebot. Durch diesen Erlass wurde erstmalig festgelegt, dass zur Herstellung von Bier nur Gerste, Hopfen und reines Wasser benutzt werden durfte. Die Verwendung von Hefe war zur damaligen Zeit noch nicht bekannt, und das Gelingen des Gärungsprozesses blieb dem Zufall überlassen, da man, ohne es zu wissen, auf Hefepartikel in der Luft angewiesen war. |
| Bier in Passau | Mit
heute fünf Brauereien im Stadtgebiet (Innstadt-Brauerei,
Hacklberg-Brauerei, Löwenbräu, Peschl-Brauerei und
Andorfer-Brauerei) darf sich Passau zu recht
Brauereistadt nennen. In geistlichen Einrichtungen wie
Klöstern und Bischofshöfen erfuhr die hohe Braukunst
vor allem in der Barockzeit ihren Aufschwung. Das
Brauwesen hat in der schönen Dreiflüssestadt Passau
eine geschichtsträchtige Tradition. Erste historische
Vermerke über eine kleine Brauerei - ein bischöfliches
Lehen - am sogenannten Kuhstein in der Passauer Altstadt
gab es bereits anno 1333. Und die Peschl-Brauerei wurde
bereits 1259 gegründet. Die Anfänge der
Innstadt-Brauerei sind in den Bischöflichen Höfen
"enhalb der Innpruck"
zu suchen. In den Büchern des St.
Johannes-Spitals wird schon
im Jahre 1318 das "Brauhaus am Graben enhalb der Innpruck" erwähnt. Es ist heute eindeutig
erwiesen, daß es sich bei der genannten urkundlichen
Nachricht tatsächlich um die gleiche Braustatt handelt,
an der sich heute noch die Innstadt-Brauerei befindet.
Demnach besteht die Braustätte schon seit knapp 700
Jahren. Nach urkundlichen Erwähnungen wird mindestens seit 1618 in Hacklberg Bier gebraut. Bereits im Jahr 1582 erließ Fürstbischof Urban von Trennbach eine Brauordnung für das Hochstift. Noch im 16. Jahrhundert dürfte in der Passauer Ilzstadt eine eigene fürstbischöfliche Braunbier-Brauerei errichtet worden sein. Gleichzeitig entstand in der unmittelbaren Nähe des Schlosses in Hacklberg das fürstbischöfliche "Weiße Brauhaus" zu Hacklberg. Dorthin verlagert Leopold Leonhard von Thun-Hohenstein, der letzte Passauer Fürstbischof, im Jahr 1798 das "Braune Brauhaus" |
Bewertung: Über Bier lässt sich einiges erzählen, wer umfassende Informationen über "Bier" sucht, den weise ich auf die Seite www.bier.de.
bearbeitet von:
Moritz Klötzner
(16.8.2004)