Anger

Der Ortsteil Anger, der sehr spät in die Stadt Passau eingegliedert wurde, war ursprünglich ein Weideplatz für das Vieh der Stadt. Erst später entwickelte sich hier, angelehnt an die Überfahrt von der Rosstränke, eine kleine Siedlung. Mit dem Bau der ersten Donaubrücke im Jahr 1278 breitete sich diese nach Westen hin aus. Dort hielten sich Fischer, Schopper und Hafner auf, die zum Johannisspital Bodenzins bezahlten. Der Anger gehörte lange Zeit zur Pfarrei Tiefenbach und zum Propstgericht der Innstadt. Entlang der Felswände, die sich über dem Anger erheben, wurde Wein, z.T. auch edle Sorten, angebaut.

Die Angerstraße erstreckt sich von der ehemaligen Maxbrücke am linken Donauufer, welche 1870 erbaut wurde, abwärts bis zum Felsendurchbruch. Die Straße wurde in den Jahren 1763 – 83 von Kardinal Firmian errichtet, um das Triftholz aus dem Bayerischen Wald zu transportieren. Aus diesem Grund trug die Angerstraße bis 1910 den Namen Holzgarten.

Im Jahr 1762 wurde nach Annordnung des Fürstbischof Josef Maria Graf von Thun der Felsen am Ende der Angerstraße durchbrochen, um eine Verbindung mit der Ilzstadt herzustellen. Daraufhin kam es zu einem Prozess mit dem Kloster Niedernburg, weil dieses die Maut über die Donau verlor. Der Durchbruch wurde1893 erweitert und 1965 verbessert. 1949 wurde noch ein zweiter Durchbruch gebaut aufgrund des wachsenden Verkehrs. Aus demselben Grund wurde die Angerstraße 1976 mehrspurig ausgebaut. Die Donau wurde durch Mauern eingeengt, und einige Häuser mussten abgerissen werden.

Ein bedeutendes Haus in der Angerstraße ist das Haus Nr.47. Es wurde 1600 vom Domdekan Grafen von Pötting erbaut. Ein Wappen mit einer Inschrift ziert das Haus. Bis zum Jahre 1803 war hier der Sitz des fürstbischöflichen Forst- und Triftamtes. Später wurde das Haus vom Schiffmeister Staufenegger erworben.

Die an die Angerstraße, von der ehemaligen Maxbrücke an donauaufwärts anschließende Parkstraße gehört zum Teil zur Gemeinde Hacklberg. Sie war von 1250 bis 1823 durch das Angertor abgeschlossen. Dies kann man heute noch an der Inschrift am Haus Nr.16 erkennen. Die Parkstraße bekam ihren Namen erst 1910 und war bis dahin Teil der Angerstraße.

Von der Angerstraße aus führen Steige entlang der Felserhebung in Richtung Oberhaus. Der Serpentinenweg Gampersteig wurde von Forstrat Albert Gampert errichtet; der Niederleuthnersteig ist benannt nach dem Oberamtsrichter Anton Niederleuthner; der Ludwigsteig wurde 1893 errichtet und Prinz Ludwig von Bayern gewidmet. Die Oberhauser Leithenstiege, führt ausgehend von der Angerstraße, nach Bergfried und zum Thingplatz.

bearbeitet von: Sandra Brunner
(3.8.2004)

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