(Herimannus)
1085 (April) 1087 (von Heinrich IV. gegen Altmann eingesetzter Bischof von Passau)
Auf der Synode der kaisertreuen Bischöfe zu Mainz wird Hermann von Eppenstein im April 1085 anstelle von Bischof Altmann, der der päpstlichen Partei anhängt, zum (Gegen-)bischof von Passau erhoben. Kurz darauf empfängt ihn der Passauer Klerus als Befreier. Einen Zusammenhang der Absetzung Altmanns und der Ernennung Hermanns als Bischof deutet die "Vita Altmanni" (MGSS 12, S. 234) an, indem sie von den Umtrieben der Ketzer berichtet, die Altmann seines Stuhles beraubt und einen Gegenbischof eingesetzt hätten.
Hermann wird als Sohn Herzog Markwards und Enkel Herzog Adalberos von Kärnten aus der Familie der Eppensteiner geboren. Er ist der Bruder der Herzöge Liutold (1067 - 1090) und Heinrich (1090 - 1122) von Kärnten und des Abtes Ulrich III. von St. Gallen (1067 - 1121), des späteren Patriarchen von Aquileja.
Es gibt keine Nachrichten über seinen Werdegang vor seiner Ernennung, und in den Passauer Bischofslisten tritt sein Name nicht auf, da er als gegenbischof gilt.
1086 wird Hermann von Erzbischof Gebhard von Salzburg, von Bischof Altmann von Passau und von Meginward von Freising gebannt.
Auf dem Sterbebett im Jahr 1087 soll Hermann Buße geleistet, und um Lossprechung vom Kirchenbann gebeten haben. Er soll Reue über die Verdrängung Altmanns als Bischof gezeigt und die bischöflichen Insignien an Altmann zurückgesandt haben. Sein Gefolge sah darin Fieberphantasien.
bearbeitet von:
Susanne Fischer
(17.8.2004)