Papst Gregor VII. (Hildebrand von Soana)

(1020-1085, Papst seit 1073)

1020 Geburt als Sohn einfacher Eltern bei Soana in der Toskana. Erziehung im Marienkloster von Rom nach den Richtlinien der von Cluny ausgehenden Reformbewegung.
1049 Aufnahme Hildebrands, der bereits Mönch ist, in den Kreis der Kardinalkleriker als Subdiakon.
1058 Hildebrand setzt den vom römischen Adel mit Waffengewalt auf den Thron Petri gehobenen Benedikt X. ab, bannt ihn und lässt Bischof Gerhard von Florenz zum Papst wählen, der ein Jahr danach als Nikolaus II. inthronisiert wird.
1059 Ernennung zum Archidiakon, mit der Aufgabe die Finanzverwaltung für die römische Kirche zu übernehmen, die ihm einen wachsenden Einfluss an der Reformkurie einbringt.
1073 Hildebrand wird auf der Beisetzung Alexanders II. vom Volk und Klerus zum Papst ausgerufen und von Heinrich IV. anerkannt, ohne dass seine Erhebung dem Papstwahlgesetz entspricht: Höhepunkt der kirchlichen Reformbewegung des 11. Jahrhunderts.
1074 Im Dictatus Papae legt Gregor VII. seine Grundsätze nieder. Er fordert die Loslösung der Kirche aus ihrer Verbindung mit dem Weltlichen, die monarchische Regierung aller Kirchen von Rom aus und die Unterwerfung aller weltlichen Mächte unter die Herrschaft des Papstes.
  Außerdem verbietet er die Simonie und fordert das Zölibat, welches bei den Klerikern auf einen starken Widerstand stößt.
1075 Fastensynode: Verbot der Laieninverstitur, Ausschluss widerspenstiger Kleriker vom Messgottesdienst und Aufforderung an das Volk, von verheirateten Priestern keine Amtshandlungen mehr anzunehmen.
Auch droht er König Heinrich IV. mit Exkommunikation und der Absetzung als König.
1076 Gregor VII. bannt Heinrich IV., der jenen wiederum absetzt.
1077 Da Papst Gregor den Beistand der deutschen Fürsten hat, zieht Heinrich nach Canossa in Oberitalien, wo er sich dem Papst unterwirft und von ihm losgesprochen wird..
1080 Fastensynode: Papst Gregor VII. bannt Heinrich IV. erneut, nachdem er sich der Hilfe der Normannen in Süditalien versichert hat.
Heinrich IV. läßt seinerseits Gregor VII. absetzen und an seiner Statt den Erzbischofs von Ravenna (= Papst Clemens III.) zum Papst wählen.
1081 Heinrich IV. beginnt mit einem Feldzug gegen den in Isolation geratenen Gregor VII. und belagert Rom.
1084 Übergabe der ganzen Stadt an Heinrich IV., der sich von Papst Clemens III. zum Kaiser krönen lässt.
Von den Normannen, die Gregor VII. zu Hilfe gerufen hat, muß Heinrich IV. zurückweichen, jedoch begehen die Normannen bei der Erstürmung roms solche Greueltaten, daß der Papst mit ihnen Rom verlassen muß.
1085 Am 25.05 stirbt Gregor VII. im Exil in Salerno.

Bewertung: Gregor VII. war einer der bedeutendsten, aber auch umstrittensten Päpste des Mittelalters, der die Verwirklichung der gregorianischen Reform zu seinem Lebensinhalt machte. Er war der erste Papst, der die Kirche derart über das Weltliche stellte, dass er es wagte, einen König abzusetzen. So war seine Zeit ein bedeutsamer Schritt für das päpstliche Selbstbewusstsein, sowie ein Wendepunkt in der Geschichte des Papsttums.

bearbeitet von: Constanze v. Lessel

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