Eilika (954 – 1020)

(auch Heilika, Heilka)

Äbtissin von Kloster Niedernburg

954 Geburt in Of im Nordgau von Schwaben in Bayern, als Tochter Berchtolds I., Markgrafen des bayrischen Nordgaus
Sie war wohl eine Tante von
Kaiser Heinrich II. und der Königin Gisela von Ungarn (urkundlich nicht gesichert), verheiratet mit Heinrich von Nordgau, nach dessen Tod sie ins Kloster Niedernburg in Passau eintrat.
seit 1010 Äbtissin im Kloster Niedernburg (sie ist die erste namentlich bekannte Äbtissin des Klosters)
19. April 1010 Kaiser Heinrich II. stellte vier Schenkungsurkunden für das Kloster aus, mit folgendem Inhalt:
  • die Abtei wurde zur Reichsabtei erhoben, d.h. sie wurde direkt dem Kaiser unterstellt und mit allem Besitz und allen Rechten selbständig gemacht.
  • Schenkung des Gebietes zwischen Ilz und Rotel (kleiner Nebenfluss der Donau im oberösterreichischen Mühlviertel), und des Gebietes von der Donau bis zur böhmischen Grenze. Das Gebiet maß "eine Länge von 20 Gehstunden und eine Breite von 12 Gehstunden". Noch heute erinnern Namen wie "Frauenberg" (Ort am Fuße des Dreisesselbergs) oder "Frauenwald" (großes Waldgebiet) an die damalige Eigentümerschaft der Niedernburger Frauen.
  • Verleihung von bedeutenden Rechten: Böhmische Maut, d.h. gesamte Zolleinnahme aus dem Warenverkehr auf dem Goldenen Steig, der Marktzoll auf niedernburgischem Boden, die untere oder Wasser-Maut, d.h. Zoll aus dem Passauer Innhandel und die Hoheits- und Grafenrechte in der Stadt, d.h. Ausübung der Gerichtsbarkeit und Verwaltungsrechte

Unter der Vorsteherschaft Eilikas wurde das Kloster, das bisher auf der eher lockeren Kanonissenregel basierte, nach der strengeren Benediktusregel ausgerichtet und trug den Namen "Uralt kaiserliches Benediktinerinnenstift".

7.5. (23.9.) 1020 Tod im Kloster Niedernburg
Gedenk- und Namenstag: 7. Mai
In der Niedernburger Klosterkirche befindet sich im rechten Seitenschiff hinter dem Giselagrab das Hochgrab der Äbtissin Eilika.

Bewertung: Seit 1010, dem Jahr, in dem Eilika Äbtissin wurde, begann die Glanzzeit in der Geschichte des Klosters, die bis 1161 währte. Unter ihrer Regierung erhielt das Kloster größere Schenkungen von Kaiser Heinrich II. und im Kloster wurde die Regel der Benediktiner eingeführt. Ihr Wirken führte zum religiösen, wirtschaftlichen und politischen Aufschwung des Stifts.

An die Äbtissin erinnert heute die Heilikastraße in Passau-Grubweg, zwischen Abteistraße und Prinz-Eugen-Straße.

bearbeitet von: Eva Zboril
(16.8.2004)

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