(Jesuit und Historiker 1589 1650)
Der Historiker und Geschichtsschreiber Andreas Brunner wurde am 30. November 1589 in Heiligenkreuz bei Hall in Tirol geboren. Als Kind armer Eltern wurde er im Jahr 1605 Novize in Landsberg am Lech. Nur wenig später trat er in München dem Jesuitenorden bei, wo er sich als beredter Prediger einen Namen machen sollte. Nach einem Studium in Ingolstadt (16081618) lehrte Brunner 16191621 als Professor für Ethik in Dillingen und Freiburg (Breisgau).
1622 wurde er nach München berufen, wo sein Ordensgenosse Matthäus Rader von Kurfürst Maximilian I mit der Abfassung einer Geschichte Bayerns beauftragt worden war. Andreas Brunner sollte zunächst nur bei der Quellensammlung behilflich sein, übernahm die Arbeit jedoch bald vollständig. Die "Annales virtutis et fortunae Boiorum" erschienen 162637 in drei Bänden und zeichnen die bayerische Geschichte von 600 v. Chr. bis 1314 nach. Sie zeugen von Brunners intensiver Forschung, seinem kritischen Sinn und deutlichen Streben nach Objektivität. Mit dem Jahr 1314 bricht die Darstellung allerdings ab. Die Zensoren seines Ordens hatten Brunners Schilderung der darauf folgenden Zeit unter Ludwig dem Baiern und von dessen Kämpfen mit der Kurie missbilligt. Nur "unfreiwillig (...) ziehe er seine Feder zurück, aber die Zeit des Kaiser Ludwig des Baiern zu schreiben, dazu gehöre eine freiere Feder, als er sie besitze", schreibt Brunner in einem Brief (Allgemeine Deutsche Biographie). Es gilt denn auch als sicher, dass das von Andreas Brunner gesammelte Material später sowohl vom Ingolstädter Professer Nicolaus Burgundus, als auch vom Jesuiten P. Vervaux benutzt wurde.
16321635 wurde Brunner in Augsburg von den Schweden als Geisel gefangen gehalten.
Ab 1637 wirkte er schließlich in Innsbruck als gefeierter Prediger und verfasste unter anderem auch Schuldramen und religiöse Volksschauspiele. Zum Provinzkurator ernannt, reiste Andreas Brunner 1649 nach Rom zur Wahl des Ordensgenerals. Auf der Heimreise nach Innsbruck starb er am 20. April 1650.
bearbeitet von:
Julia Hillebrand
(16.8.2004)