Winfrid Bonifatius (672 / 675 – 754)

672/675 Geburt Winfrids in Wessex, England
um 680 Eintritt ins Kloster Aet Exanceastre, wenige Jahre Später Wechsel ins Kloster Nursling bei Winchester.
702/705 Empfang der Priesterweihe
718-719 Erste Reise nach Rom, wo er von Papst Gregor II. einen Missionsauftrag für die Völker Germaniens erhält. Gregor II. schickt Bonifatius in das schon als christianisiert geltende Thüringen, um die Kirche dort neu zu organisieren. Zudem erhält Winfrid vom Papst den Namen des Vortagsheiligen Bonifatius.
721-722 Mission in Hessen und Thüringen
722-723 Zweite Romreise. Weihe zum Missionsbischof durch Papst Gregor II. Auftrag zur Reorganisation im hessisch-thüringischen Raum sowie der Mission in Sachsen.
723-732 Bemühungen des Bonifatius die hessische und thüringische Kirche "kanonisch" einzurichten, d.h. in die römische Kirchenorganisation einzubeziehen. Bau mehrerer Kirchen sowie Errichtung von Klöstern. Im folgenden entwickelt sich Bonifatius vom Missionar immer mehr zum Organisator.
723 Bonifatius zerstört zahlreiche heidnische Kultstätten, so auch die dem heidnischen Stammesgott Donar geweihte Eiche bei Geismar.
732 Papst Gregor III. (731-741) ernennt Bonifatius zum Erzbischof.
733/735 Reise nach Bayern
737 Antritt der dritten Romreise. Der Papst erhebt den Missionar zum päpstlichen Legaten für Germanien, was die Option für durchgreifende Reformen beinhaltet.
738 Bonifatius verlässt Rom und wendet sich der Reform Bayerns zu, wo das Stammesgebiet in Zusammenarbeit mit Herzog Odilo in vier kanonisch organisierte Diözesen eingeteilt werden soll.
739 Kanonische Einrichtung der bayerischen Kirchenprovinz durch Bonifatius mit den Bistümern Salzburg, Regensburg, Freising und Passau. Sechs Jahre später folgt das Bistum Eichstätt.
741-747 Pippin der Jüngere und Karlmann folgen auf den fränkischen Hausmeier Karl Martell. Beide stehen den Zielen des Bonifatius weitaus aufgeschlossener gegenüber.
21. April 743 Concilium Germanicum, erste Reformsynode im Frankenreich (Austrasien), die in Übereinstimmung mit den Karolingern, der Verweltlichung des Klerus entgegenwirken soll. Bonifatius erhält als Metropolit die Oberhoheit über die Bischöfe.
744 Synoden in Les Estinnes und Soissons, auf denen die Beschlüsse von 743 teilweise nur wiederholt werden. Indiz für die Verlangsamung der Reformen.
12. März 744 Das Zentrum von Bonifatius' Wirksamkeit, Kloster Fulda, entsteht. Es soll zu einer benediktinischen Musterabtei werden.
745-747 Weitere Synoden werden abgehalten, Bonifatius verliert jedoch stark an Einfluss, und die Initiative geht immer mehr auf einheimische Kräfte über.
747 Dies wird durch den Entschluss des größten Förderers Bonifatius, Karlmann, bestärkt, sein Leben als Mönch zu beschließen. Pippin verhandelt in Folge als Alleinherrscher, ohne Konsultierung Bonifatius, direkt mit dem Papst.
746/747 Das Bistum Mainz wird Bonifatius zugewiesen
751 Thronerhebung Pippins zum König der Franken mit Zustimmung des Papstes
751 Das Kloster Fulda erhält ein päpstliches Exemtionsprivileg, also eine Urkunde, die das Kloster aus der fränkischen Kirchenorganisation ausgliedert und rechtlich direkt dem Papst unterstellt. Bonifatius wollte das Kloster dadurch auch über seinen Tod hinaus sichern. Fulda wird in Folge zu einem der führenden Kloster im Frankenreich.
753-754 Visitations- und Missionsreise nach Friesland
5. Juni 754 Martyrertod des Erzbischofs und seiner 51 Gefährten in Dokkum. An diesem Tag sollte die Firmung Neubekehrter stattfinden. Bonifatius wird jedoch von einer heidnischen Schar überrascht, die ihn und seine Begleiter erschlägt.
Der Leichnam wird im Kloster Fulda beigesetzt, und kurz darauf beginnt die Verehrung Bonifatius als Heiliger.

Bewertung: Bonifatius gilt als der "Apostel der Deutschen"; an seinem Grabe in Fulda finden die regelmäßigen deutschen Bischofskonferenzen statt. Kritisch ist jedoch anzumerken, dass er sich stark an die weltliche Gewalt anlehnte und intolerant gegen die Vertreter älterer, nicht auf Rom ausgerichteter Missionsbewegungen (z.B. die irische Mission) vorging.

bearbeitet von: Michael Muhsal
(16.8.2004)

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