Amantius

(Diakon im 5. Jahrhundert)

Der Diakon Amantius lebte im 5.Jahrhundert. Er wird in der "Vita Severini" genannt und war vermutlich in Batavis (dem heutigen Passau) ansässig. Außerdem ist Amantius neben Lucillus der älteste für Passau bezeugte Personenname.

Amantius wurde durch Severin beauftragt, die von König Sibold versprochenen 70 Gefangenen in die Freiheit zu führen.


In der "Vita sancti Severini" wird über Amantius berichtet:

Severin und der Alemannenkönig Sibold.

Der Alemannenkönig Sibold hegte tiefe Verehrung für den Streiter Christi, Serverin genannt. Da er ihn unbedingt kennen lernen wollte, machte er sich auf den Weg nach Passau, wo sich Severin gerade zu dieser Zeit aufhielt. Die Bevölkerung von Passau aber erkannte nur eine Heerschar sich den Stadtmauern nähern, und fürchtete so einen Überfall. Also schritt Severin den Fremden entgegen und noch bevor Sibold auch nur ein Wort sagen konnte, sprach Severin mit solch einer Festigkeit und Strenge auf den Herrscher ein, dass dieser vor aller Augen zu zittern anfing. Später gestand er seinen Kriegern, dass noch keine Schlacht und keine Gefahr ihm solchen Schrecken eingejagt hätten.

Der König stellte es Severin frei, einen Wunsch zu äußern. Da bat ihn der heilige Mann: "König, wenn Du Großes vollbringen willst, so halte Dein Volk vor Plünderungen zurück und gib die römischen Gefangenen ohne Lösegeld frei!"

Der König sagte alles zu und befahl, einen Boten wegen Übernahme der Gefangen zu entsenden. Sofort wurde der Bote Amantius an den Hof des Alemannenkönigs nach Hause entsandt. Viele Tage musste er warten, da er nicht angemeldet war, und die Vertreter des Königs nichts von dessen Vorhaben wussten. Da gab Amantius die Hoffnung auf, den Zweck seiner Sendung zu erfüllen, und machte sich auf den Rückweg. Plötzlich aber versperrte ihm eine Erscheinung den Weg. Er glaubte die Gestalt des heiligen Severin vor sich zu sehen, mit drohender Gebärde, ihr zu folgen. Voll Angst kam nun Amantius neuerdings vor des Königs Saal. Zu seiner Verwunderung verschwand jetzt die Gestalt, die ihm Führer gewesen war. Ein Bote des Königs trat an ihn heran und befragte ihn nach seinem Vorhaben. Zagend setzte er den Auftrag auseinander und gab die Briefe Sibolds ab. Daraufhin kehrte Amantius mit siebzig Gefangenen zu seinem Herrn, der sich immer noch in Passau aufhielt, zurück. Und Sibold versprach, noch alle weiteren Gefangenen, die er in seinem Reich finden könne, freizulassen.

bearbeitet von: Susanne Schäfer
(3.8.2004)

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