Passauer Domdekan, päpstlicher Agitator gegen Kaiser Friedrich II.
| ca. 1190/5 | Geburt in Böhaming nahe Niederalteich, Ausbildung in Niederalteich |
| 1212 | Passauer Domherr |
| 1216 | reist mit Bischof Ulrich zum 4. Laterankonzil und bleibt als Prokurator für bayerische Stifte und Klöster in Rom |
| 1239 | päpstlicher Agitator in Bayern gegen den zum zweiten Mal exkommunizierten Kaiser Friedrich II. In der Auseinandersetzung zwischen den Päpsten (v.a. Gregor IX. und Innozenz IV.) und dem Kaiser spielt er eine zwiespältige, eher verhängnisvolle Rolle. |
| 1241 | aus Bayern vertrieben, seit |
| 1244 | an der päpstlichen Kurie in Lyon |
| 1247 | vergeblicher Versuch, nach Passau zurückzukehren, wo er 1246 die Würde des Domdekans erhielt |
| 1250 | erreicht die Absetzung des kaisertreuen Passauer Bischofs Rüdiger und die Einsetzung des päpstlich gesinnten Bischofs Berthold, dessen Einzug in seine Bischofsstadt unter gewalttätigen Begleitumständen erfolgt. Während der Regierung dieses Bischofs ist er quasi allmächtig und führt einige positive Reformen durch. |
| 1254 | Unter dem neuen Bischof Otto verliert er jeden Einfluß. |
| 1260 | Tod |
Bewertung: Albert Behaim war ein fanatischer Vertreter der päpstlichen Partei gegen Kaiser Friedrich II. In subjektiv ehrlicher Weise glaubte er, Deutschland, Bayern und Passau durch seine Handlungsweise zu nutzen, stiftete tatsächlich aber nur Verwirrung und schadete seinem Anliegen. Die extremen Züge seines Charakters verdunkeln seine positiven Seiten als wissenschaftlich-technisch interessierter Forscher, z.B. im naturwissenschaftlichen und historischen Bereich. Er gilt als Autor der ältesten Passauer Annalen.
Anekdote:
beim Einmarsch nach Passau 1250 soll er von den Bürgern
gefangengenommen und durch Abziehen der Haut umgebracht worden
sein. Davon wird die rote Farbe des "Passauer
Wolfes"
abgeleitet. Tatsächlich starb er erst 1260, und das Wappen geht
bereits auf Bischof Wolfger zurück.
Abbildung seiner vermutlichen Handschrift:
bearbeitet von:
Thomas Frenz
(3.8.2004)