Arbeiten mit Sekundärliteratur
Wie beurteile ich die Sekundärliteratur?

Zu lernen, wie man die Zuverlässigkeit der Sekundärliteratur beurteilt, ist eine der Hauptaufgaben eines wissenschaftlichen Studiums. Der Anfänger ist damit oft überfordert, insbesondere bei der Erstinformation über ein Thema. Dennoch gibt es einige Kriterien, an denen sich gute von schlechter Sekundärliteratur unterscheiden läßt.

   gut    schlecht
Die Arbeit wird in mehreren, von einander unabhängigen anderen Werken zitiert. Nur in anderen Arbeiten desselben Autors zitiert.
Publikation in einer angesehenen Zeitschrift oder Reihe. Publikation in einer unbekannten Reihe mit hoher Seriennummer.
Neubearbeitete (!) 2. usw. Auflage.  
Übersichtliche, strukturierte Gliederung. Viele gleichförmige, aber kurze Abschnitte oder gar keine Gliederung.
Zahlreiche Hervorhebungen im Text.
Das Buch hat ein Register. Das Buch hat weder Register noch Inhaltsverzeichnis.
Der Autor schreibt allgemeinverständlich und vermeidet überflüssige Fremdwörter. Der Autor schaltet den terminologischen Nebelwerfer ein.
Er verwendet für allgemeine Begriffe englische Ausdrücke.
Er bedient sich der Terminologie eines vermeintlich moderneren Nachbarfaches.
Faire Wertung abweichender Meinungen. Herablassende Wertungen abweichender Meinungen.
Überschwengliches Lob von Arbeiten, die des Autors Meinung teilen.
Der Autor verweist sparsam auf eigene frühere Arbeiten. Der Autor zitiert vor allem sich selbst.
Knappe Bibliographie mit sachlicher Wertung der erwähnten Titel. Aufgeblähte, aber undifferenzierte Bibliographie.
Einwandfreie lebhafte Sprache. Sprachfehler und Salbaderei.


© Th. Frenz 2002         zurück zum Kapitelanfang