Lehrstuhl für Grundschulpädagogik und -didaktik
Projekt: Individuelle Lernwege verstehen

Projekt: Individuelle Lernwege verstehen

Projektträger

  • Lehrstuhl für Grundschulpädagogik und -didaktik
  • Zentrum für Praxis-Forschung, Universität Passau
  • Dr. Sabine Ragaller, Grundschule Witzmannsberg

Laufzeit

  • März 2011 - August 2013

Finanzierung

  • Hauseigene Forschungsmittel

Kurzdarstellung des Projekts

Die Realität in Grundschulklassen ist geprägt von einer wachsenden Unterschiedlichkeit der Schülerschaft. Die Heterogenität, als "Etikett für eine diffuse Gemengelage" (von der Groeben 2003) bezeichnet, ist ein multiperspektivisches Phänomen, das bei aller Verschiedenheit der Ursachen eines erkennen lässt: Die Schülerinnen und Schüler unterscheiden sich zunehmend in ihren Lernvorausetzungen, Interessen, Einstellungen, Fähigkeiten und Leistungen. Der produktive Umgang mit Heterogenität muss auf verschiedenen Ebenen erfolgen und impliziert Veränderungen auf vielen Feldern (vgl. Schenz 2011).

Im Rahmen des vorliegenden Projekts stand die unterrichtliche Ebene im Zentrum. Wie wird der Unterricht den vielfältigen Bedingungen und Möglichkeiten kindlichen Lernens gerecht? Entscheidend ist hier ein Perspektivenwechsel, der den Fokus auf die Stärken, Kompetenzen und Ressourcen legt, die jeder Schüler und jede Schülerin mitbringt. Diesen verstehenden Blick auf die individuellen Lernwege benötigen sowohl die Schüler selbst als auch die Lehrer.

Ziel der Projektarbeit war es, Kinder in ihren individuellen Lernwegen zu begleiten und (von Lehrkräften) verstehen zu lernen. Über selbständige und selbstverantwortliche Interaktionen in erfahrungsorientierten Lernkontexten und situierten Lernumgebungen (Fölling-Albers 2004) wurden Selbst- und Lernkompetenzen angebahnt sowie Reflexionen über das eigene Lernen der Schülerinnen und Schüler in die Wege geleitet. Von besonderem Interesse waren für die Forschungsarbeit auf der Schü̈ler-Ebene die eigenen Erlebnisse, Erkenntnisse und Erfahrungen, die die Schü̈ler im Rahmen ihrer Projektmitarbeit als prägend und bedeutsam erachten. Gefragt wird auf der Lehrer-Ebene nach der Rekonstruktion individueller Lernprozesse und nach Veränderungsprozessen im Hinblick auf Perspektivenü̈bernahme und hermeneutisches Verstehen von Kindern im pädagogisch-erzieherischen Kontext.