Philosophische Fakultät
Juliane Neumann

Juliane Neumann

Studium

Diplom Pädagogin mit Schwerpunkt Erwachsenenbildung; Nebenfächer Psychologie und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Münster.

Promotion im Fach

Interkulturelle Kommunikation

Thema des Promotionsprojektes

Arbeitstitel (Stand Dez. 2015): Internationalisierung des Performance Managements – Einfluss des nationalen Kontexts auf die Rezeption und das Verhalten von Mitarbeitern und Führungskräften

Kurzbeschreibung des Forschungsansatzes

Transferprozesse sind in der Vergangenheit oftmals gescheitert oder nur konfliktreich umgesetzt worden, weil kontextuelle Merkmale nicht berücksichtigt worden sind (Barmeyer 2012a, Brannen 2004, Kostova 1999). Der Kontext umfasst neben kulturellen Werten auch institutionelle (z.B. das Rechts- und Bildungssystem oder Arbeitgeber-Arbeitnehmerbeziehungen) und sprachliche (z.B. Semantik und Interpretationen) Faktoren (Barmeyer 2012a, S.108) – nationalkontextuelle Unterschiede sind damit per se existent. Für eine kontextuelle Passung ist eine Rekontextualisierung notwendig. In der Umsetzung bedeutet dies „einen gegenseitigen dialogischen Aushandlungsprozess von Akteuren (die bevorzugterweise aus verschiedenen beteiligten Kontexten stammen), der dazu führt, dass zentrale Elemente (z.B. Praktiken) des Entstehungskontexts (z.B. der Muttergesellschaft) so zum Anwendungskontext (z.B. der Tochtergesellschaft) passen (z.B. durch Kombination), dass sie verstanden, als sinnvoll wahrgenommen und als gemeinsamer Handlungsrahmen akzeptiert werden und dadurch in der Organisation wirkungsvoll sind“ (Barmeyer 2012a, S.108 nach D`Iribarne 2003). Als Voraussetzung für eine erfolgreiche Rekontextualisierung ist (a) die ethnorelativistische Haltung der Verantwortlichen benannt (Barmeyer 2012a). Zudem sollte bekannt sein, (b) wie sich die Bedeutung bestimmter Instrumente während des Transfers verändert (Brannen 2004), (c) welchen Einfluss das transferierte Instrument auf die Wahrnehmung der Empfänger hat (ebd.) und wie sich diese auf Denk- und Verhaltensweisen auswirken (Pudelko & Harzing 2007a). Die genannten Voraussetzungen sind bisher noch nicht bzw. nur unzureichend erforscht, eine Untersuchung wird jedoch gefordert – dieses Dissertationsvorhaben möchte einen Beitrag zur Schließung der Forschungslücke leisten.

Das Forschungsvorhaben möchte subjektive Empfindungen, Wahrnehmungen und Einstellungen sowie dadurch ausgelöste Handlungen erheben, analysieren und deuten – dabei insbesondere auch unerwartete, noch nicht in Forschung erfasste Antworten und Zusammenhänge ermöglichen. Daher empfiehlt sich ein primär qualitativer Ansatz (vgl. Flick 2012, Lamnek 2010), der im Rahmen einer Case Study durch teilstrukturierte Leitfadeninterviews in Kombination mit der Critical Incident Technique nach Flanagan (1954) und der Observation von Mitarbeitern umgesetzt wird. Ergänzend werden Dokumentenanalysen und ein Survey zum Thema „Leistung/ Performance“ durchgeführt.