Philosophische Fakultät
Projektdetails

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DFG-Graduiertenkolleg II: Privatheit und Digitalisierung

DFG-Graduiertenkolleg II: Privatheit und Digitalisierung

Wie verändern Social Media, Big Data und digitale Überwachung den Begriff des Privaten? In der zweiten DFG-Förderphase konzentriert sich das Passauer Graduiertenkolleg auf das Thema Digitalisierung.

Seit 2012 forschen Promovierende aus verschiedenen Disziplinen gemeinsam an einer integrativen Theorie der Privatheit. Die Gruppe untersucht dabei das Spannungsfeld zwischen Staat, sozialen Netzwerken, Medien und dem Recht, in Ruhe gelassen zu werden. In der zweiten Förderphase bis 2021 erweitern die Forschenden das Feld um den Aspekt Digitalisierung und beleuchten die Bereiche verstärkt juristisch.

Privatheit und Digitalisierung

In der neuen Förderphase widmet sich das Kolleg verstärkt dem Aspekt der Digitalisierung - einem hochaktuellen Thema mit politischer und gesellschaftlicher Relevanz. Die Forschenden justieren den Stellenwert des Privaten unter den Bedingungen von Digitalisierung und zunehmender informationeller Fremdbestimmung. Sie prüfen vorhandene Konzepte der Privatheit. Dies geschieht in drei Arbeitsfeldern: "Digitalität", "Überwachung und Kontrolle" sowie "Selbstbestimmung und Verantwortung".

Interdisziplinäre Arbeit

Die Probleme im Schnittfeld von Technik, Recht, Ethik, Kultur und Sozialverhalten sind komplex und erfordern eine interdisziplinäre wissenschaftliche Forschung. Diese hat an der Universität Passau ideale Bedingungen. Die Juristische und die Philosophische Fakultät setzen ihre Zusammenarbeit fort. Die Beteiligten beziehen medien- und kulturwissenschaftliche Ansätze ein. Das bietet sich bei dem Thema Privatheit im digitalen Wandel an. Insbesondere in Zeiten, in denen rechtliche Regelungen zunehmend in Frage gestellt werden, sorgen die am Kolleg beteiligten Geisteswissenschaftlerinnen und Geisteswissenschaftler für einen Perspektivenwechsel. Sie bringen neue Befunde ein, indem sie die kulturellen, medialen und philosophischen Bedingungen des Wandels von Privatheit analysieren. Sie beleuchten Hintergründe, die für eine juristische Aufarbeitung notwendig sind. Assoziiert ist darüber hinaus der Lehrstuhl für IT-Sicherheit an der Fakultät für Informatik und Mathematik, der die informationstechnische Perspektive abbildet. Diese fächerübergreifende Kooperation wird die Passauer Privatheitsforschung in der internationalen Forschungslandschaft noch tiefer verankern.

Attraktives Angebot für den wissenschaftlichen Nachwuchs

Das Graduiertenkolleg Privatheit bietet Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern ein attraktives Forschungsumfeld zu einem aktuellen und zukunftsträchtigen Gebiet, das nach wie vor wissenschaftlich unterrepräsentiert ist. Es zeichnet sich bereits ein Bedarf an qualifizierten Rechts- und Geisteswissenschaftlern ab, die ihre Kompetenz in Fragen des Privatheitsschutzes einbringen, um den umwälzenden digitalen Wandel zu bewältigen - Stichwort "Digital Change Management". Das Programm fügt sich ideal in die gesamtuniversitäre und darüber hinausgehende Forschungslandschaft mit ihren Netzwerken ein, darunter etwa das bestehende Netzwerk Internet und Digitalisierung Ostbayern INDIGO oder das entstehende Zentrum Digitalisierung Bayern.





Projektleitung an der Universität Passau Prof. Dr. Dirk Heckmann (Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Sicherheitsrecht und Internetrecht)
Laufzeit 01.10.16 - 31.03.21
Website http://www.privatheit.uni-passau.de/
Mittelgeber
Logo des MittelgebersDFG - Deutsche Forschungsgemeinschaft > DFG - Graduiertenkolleg



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