III.1.2.2. Struktur

Eine gut strukturierte Seite sollte erkennen lassen, welches Thema sie wie detailliert behandelt und ob sie gegenüber anderen Angeboten einen informativen Mehrwert bietet.[101] Daneben sollte man einen Blick auf die Rechtschreibung und Grammatik werfen. Vereinzelte Fehler sollten dabei nicht sofort negativ bewertet werden, allerdings ist eine Häufung von Fehlern ein Indiz für eine qualitativ schlechte Quelle. Da gebildete Personen im Umgang mit der Grammatik sicher sind und ihre Arbeiten Korrektur lesen, lässt die Existenz vieler Grammatik- und Orthografiefehler auf Nachlässigkeit oder sogar Unwissenheit schließen.[102]

Was die technische Umsetzung anbelangt, sollte ein längerer Text aus Gründen der Lesbarkeit sinnvoll gegliedert und auf mehrere Seiten aufgeteilt sein. Das Design der Seiten sollte sowohl einheitlich als auch funktional sein. Bei der Verwendung von Grafiken stellt sich die Frage, ob sie einen bestimmten Zweck erfüllen und gut in das Dokument integriert sind oder nur als Dekoration dienen oder gar vom eigentlichen Inhalt ablenken. Icons sollten nur ihrer Bedeutung entsprechend verwendet werden. So sollte beispielsweise das Symbol eines Briefkuverts nur für E-Mail-Adressen verwendet werden, das eines Hauses hingegen nur als Link zur Startseite und nicht als Verweis auf eine externe Ressource. Schließlich sollte eine Website mit allen gängigen Browsern funktionieren und möglichst barrierefrei, also behindertengerecht gestaltet sein. Dies bedeutet, dass unter anderem auf Framesschlage den Begriff Frames im Glossar nach verzichtet und keine Information nur in Form von Bildern präsentiert wird. Der Text allein sollte alle notwendigen Informationen liefern.[103]

Diese technischen Aspekte sollten allerdings nicht zu hoch bewertet werden. Neben der Technikferne des Autors kann auch ein extravaganter Geschmack der Grund dafür sein, dass das Design und die Benutzerfreundlichkeit Schwächen zeigen. Dennoch gilt, dass das Hauptaugenmerk bei akademischen Seiten auf dem Inhalt liegt und auf optische Ablenkungen eher verzichtet wird. Wenn eine Website viele Farben, Schriftarten und Animationen enthält, eine große Anzahl an Cookiesschlage den Begriff Cookies im Glossar nach setzen will und Werbung einen Großteil des Platzes einnimmt, handelt es sich wahrscheinlich um kein seriöses Angebot.[104]



[101] Vgl. John R. Henderson, „ICYouSee: T is for Thinking. A Guide to Critical Thinking About What You See on the Web. Look at details“, o.J., online unter: http://www.ithaca.edu/library/training/think5.htmlhttp://www.ithaca.edu/library/training/think5.html (in einem neuen Fenster), Stand: 07.12.2005, Abruf: 02.09.2006.

[102] Vgl. Robert Harris, „Evaluating Internet Research Sources“, 17.11.1997, online unter: http://www.virtualsalt.com/evalu8it.htmhttp://www.virtualsalt.com/evalu8it.htm (in einem neuen Fenster), Abruf: 02.09.2006.

[104] Vgl. Sonja Cameron, „Evaluating Internet Sites for Academic Use. A checklist for students (and teachers)“, o.J., online unter: http://hca.ltsn.ac.uk/resources/Briefing_Papers/bp2.pdfhttp://hca.ltsn.ac.uk/resources/Briefing_Papers/bp2.pdf (in einem neuen Fenster), Abruf: 02.09.2006.

„Wer sucht, der findet - oder auch nicht.“PDF-VersionCopyright © 2006 Christoph Bichlmeier