II.8.1.1. Mailinglisten

Wenngleich Mailinglisten existieren, deren Beiträge auch ohne Anmeldung über eine Webseite mit dem Browser lesbar sind, so ist der Regelfall doch der, dass eine vorherige Anmeldung sowohl zum Lesen als auch zum Schreiben notwendig ist. Die Anmeldung kann dabei auf verschiedene Arten erfolgen: Einige Mailinglisten erlauben eine Anmeldung über eine Webseite, auf der ein Formular ausgefüllt werden muss, andere Mailinglisten erfordern ein formloses Schreiben an den Administrator mit einer Bitte um Aufnahme, wieder andere sind über spezielle Kommandos steuerbar, die per E-Mail an die E-Mail-Adresse der Mailingliste gesendet werden. In der Regel bekommt man nach der Anmeldung eine E-Mail, in der Informationen enthalten sind, wie man die Anmeldung bestätigt. Dies erfolgt meist über das Anklicken eines Links. Erst nach dieser Bestätigung kann man tatsächlich Beiträge senden und empfangen. Dieses „Confirmed Opt-In“ oder „Double Opt-In“ genannte Verfahren soll sicherstellen, dass die bei der Anmeldung angegebene E-Mail-Adresse auch wirklich existiert und benutzt wird. Auch das Abmelden kann je nach Mailingliste auf einem dieser Wege erfolgen. Oft werden Informationen zur Abmeldung in einer E-Mail direkt nach der Anmeldung mitgeteilt. Eine Bitte um Abmeldung sollte aber keinesfalls an die Liste und damit an alle registrierten Benutzer erfolgen.[71]

Abbildung II.8.1. Bildschirmausschnitt: Anmeldung bei der Mailingliste des H-Soz-u-Kult über die Website (11.09.2006)

Bildschirmausschnitt: Anmeldung bei der Mailingliste des H-Soz-u-Kult über die Website

In jedem Fall sollte eine Webseite existieren, auf der erklärt wird, wie man sich an- und abmeldet sowie Beiträge versendet. Falls diese doch sehr knapp gehalten ist oder ganz fehlt, sollen an dieser Stelle einige grundlegende Techniken erklärt werden. Die dabei verwendeten E-Mail-Adressen existieren nicht und dienen nur der Veranschaulichung.

Um eine Nachricht an alle Abonnenten der Mailingliste zu versenden, muss lediglich eine E-Mail an die E-Mail-Adresse der Mailingliste gesendet werden. Angenommen, es gibt eine Liste namens „histhw“ an der philosophischen Fakultät der Universität Passau, dann könnte die E-Mail-Adresse der Liste „histhw@phil.uni-passau.de“ lauten. Eine Kopie des versendeten Beitrages sollte auch an die eigene Adresse gehen. Das Lesen aller neuen über die Mailingliste verschickten Beiträge ist noch einfacher: Sie liegen im persönlichen E-Mail-Postfach. Aus Rücksicht auf die anderen Teilnehmer sollten E-Mails immer als reiner Text versendet werden, d.h. ohne Textformatierungen und Bilder. Auch bei den Anhängen sollte man aufpassen. Sofern das Versenden angehängter Dateien überhaupt erlaubt ist, sollte man im Kopf behalten, dass noch nicht jeder auf eine schnelle Internetverbindung zurückgreifen kann. Falls auf ältere, gesammelte Beiträge über eine Webseite mit Suchfunktion zugegriffen werden kann, sollte man sich vor dem Absenden einer Frage vergewissern, dass das Problem nicht schon einmal in der Vergangenheit ausführlich behandelt wurde.

Etwas schwieriger wird es, wenn das An- und Abmelden über spezielle Kommandos bewerkstelligt werden muss. Glücklicherweise gleichen sich die wichtigsten Kommandos unabhängig von der zur Listenverwaltung eingesetzten Software. Die Kommandos werden an eine spezielle E-Mail-Adresse gesendet. Diese könnte „listserv@phil.uni-passau.de“ lauten, wenn die Liste von der Software „Listserv“ verwaltet wird, oder „majordomo@phil.uni-passau.de“, falls die Software „Majordomo“ eingesetzt wird. Die jeweiligen E-Mail-Adressen sollten auf einer Webseite des Anbieters der Mailingliste zu finden sein. Zu beachten ist, dass alle Kommandos in den Nachrichtentext der E-Mail gehören und nicht in den Betreff. Außerdem sollte die Nachricht nur aus dem Kommando bestehen und nichts anderes enthalten, da diese E-Mails vom System automatisch ausgewertet werden. Zum Anmelden an eine Liste steht das Kommando SUBSCRIBE zur Verfügung, zum Abmelden entsprechend UNSUBSCRIBE. Um sich konkret bei einer Liste anzumelden, muss an die E-Mail-Adresse der Mailinglisten-Software eine E-Mail mit dem Inhalt [ SUBSCRIBE listenname ] gesendet werden, also in diesem Falle [ SUBSCRIBE histhw ]. Das Abmelden erfolgt analog mit [ UNSUBSCRIBE listenname ] bzw. [ UNSUBSCRIBE histhw ].

Der Zugang zu vielen Mailinglisten ist restriktiv. So ist es beispielsweise für die Aufnahme in die „Mailingliste Hexenforschung des Arbeitskreises interdisziplinäre Hexenforschung“ (http://www.historicum.net/themen/hexenforschung/mailingliste/http://www.historicum.net/themen/hexenforschung/mailingliste/ (in einem neuen Fenster)) erforderlich, ein begründetes Interesse nachzuweisen und zahlreiche persönliche Angaben zu tätigen, um sich den Teilnehmern vorstellen zu können. Bei moderierten Mailinglisten erfolgt eine Weiterleitung der Beiträge zudem nicht sofort, sondern erst nach der Prüfung durch einen Moderator. Eine Missachtung der Netiquette oder der Regeln der Mailingliste kann zum Ausschluss aus der Mailingliste führen. Insbesondere die Mailinglisten des H-Net werden in erster Linie von Akademikern genutzt. Eine Fragestellung sollte daher möglichst präzise formuliert werden, auch die Angabe des Forschungszieles oder des Titels der zu erstellenden Arbeit ist empfehlenswert. Dies setzt natürlich voraus, dass man sich schon eingehender mit seinem Thema auseinandergesetzt hat.[72]

Weitere für Historiker interessante Mailinglisten findet man im Katalog „Geschichte im Internet“ unter der Kategorie Listen und Foren : Mailinglistenhttp://www.geschichte.fb15.uni-dortmund.de/links/Listen_und_Foren/Mailinglisten/ (in einem neuen Fenster) sowie in einigen Kategorien zu Epochen. Daneben bieten viele Geschichtsportale Mailinglisten zu verschiedenen Themen an. Eine ausführliche, fachübergreifende Auflistung von Mailinglisten inklusive Suchfunktion kann auf http://tile.net/lists/http://tile.net/lists/ (in einem neuen Fenster) abgerufen werden.



[71] Vgl. „mailing list“, Artikel in: Free On-line Dictionary of Computing, online unter: http://foldoc.org/?mailing+listhttp://foldoc.org/?mailing+list (in einem neuen Fenster), Stand: 27.04.2001, Abruf: 31.10.2006.

[72] Vgl. McMichael 2005, S. 55.

„Wer sucht, der findet - oder auch nicht.“PDF-VersionCopyright © 2006 Christoph Bichlmeier