II.8.1. Benutzung von Diskussionsforen

II.8.1.1. Mailinglisten
II.8.1.2. Newsgroups
II.8.1.3. Webforen

Auch im Internet haben sich im Laufe der Zeit Verhaltensnormen herausgebildet, die unter dem Schlagwort Netiquetteschlage den Begriff Netiquette im Glossar nach zusammengefasst werden. Die wichtigsten Regeln der Netiquette sind auf http://www.netservice.ch/german/netiquette_ger.htmlhttp://www.netservice.ch/german/netiquette_ger.html (in einem neuen Fenster) zu finden. Daneben haben viele Mailinglisten und Webforen eigene Regelwerke. Der Benutzer muss vor der Anmeldung bestätigen, dass er die Regeln zur Kenntnis genommen hat und damit einverstanden ist. Eine Missachtung der Netiquette oder der individuellen Regelungen kann zum Ausschluss aus dem Diskussionsforum führen oder sogar, wenn es sich um strafrechtlich relevante Inhalte handelt, zur Anzeige gebracht werden. Diese Regeln sollen andererseits aber auch nicht abschrecken, denn niemand braucht die Netiquette auswendig zu können. Wer sich an die Grundregeln zwischenmenschlicher Beziehungen hält, kommt schon sehr weit. Ansonsten stehen erfahrenere Benutzer Netzneulingen helfend zur Seite, falls sich diese noch mit den Gewohnheiten in einem Diskussionsforum Schwierigkeiten haben.

Einige Punkte sollten aber in jedem Fall beachtet werden. So sollte zum Beispiel Diskretion gewahrt bleiben und vertrauliche Kommunikation nicht ohne Einwilligung des Kommunikationspartners veröffentlicht werden.[67] Auch auf Orthografie und Interpunktion sollte dieselbe Sorgfalt wie bei klassischen Schriftstücken verwendet werden. Gerade das Gebot der Lesbarkeit wird leider oft verletzt und zieht manchmal polemische Diskussionen über die Schreibgewohnheiten im Internet nach sich. Der Text sollte beispielsweise nicht komplett in Großbuchstaben oder in Fettschrift verfasst werden, da dies in der Netzkommunikation ein Schreien symbolisiert.[68] Beim Versenden oder bei der Verlinkung von Dateien und Dokumenten sind die Urheberrechte zu beachten. Zitate sind auch im Netz korrekt anzugeben, wobei aber ein langes Zitat gekürzt und nur die Aussage, auf die Bezug genommen wird, angeführt werden sollte.

Besonders wichtig ist der respektvolle Umgang der Kommunikationspartner untereinander. Dies bedeutet, dass man nur wohlbedachte Äußerungen an das Diskussionsforum absenden sollte. Das Verschicken von emotionalen, beleidigenden Antworten, im Netzjargon auch „Flaming“ genannt, verletzt nicht nur den Empfänger der Nachricht, es disqualifiziert auch den Absender als Diskussionspartner. Das Versenden von Kettenbriefen oder Werbung wird ebenfalls als sehr unhöflich empfunden und zieht meist Beschimpfungen nach sich.[69]

Daneben gibt es Konventionen, die für den Einsteiger nicht so offensichtlich und daher gewöhnungsbedürftig sind. Verpönt ist beispielsweise das gleichzeitige Versenden eines Beitrags an mehrere Foren, obwohl dieses auch „Crossposting“ genannte Vorgehen manchmal sinnvoll erscheint.[70] Es gilt ferner der Grundsatz „don't feed the troll“. „Trolle“ sind Diskussionsteilnehmer, die erkennbar nur provozieren wollen. Es hat sich die Regel herausgebildet, auf diese Beiträge nicht einzugehen, sondern sie einfach zu ignorieren, so schwer es manchmal auch fällt. Umstritten ist noch, ob die Höflichkeitsform bei der Anrede verwendet werden sollte, auch wenn sich das „Du“ fast überall durchgesetzt hat. Ob ein informeller Nickname als Ausweis reicht oder man seinen richtigen Namen angeben muss, wird ebenfalls unterschiedlich gesehen. Im Usenet wird meist ein vollständiger Name gefordert.

Da bei der schriftlichen Kommunikation naturgemäß keine Stimmlagen sowie Gestik und Mimik übermittelt werden kann, ist die Gefahr größer, dass Texte missverstanden werden. Dieses Manko kann teilweise durch den Einsatz von Emoticonsschlage den Begriff Emoticons im Glossar nach kompensiert werden. Emoticons sind aufeinander folgende Satzzeichen, die meist einen Gesichtsausdruck nachbilden und so verschiedene Stimmungslagen ausdrücken können. Ein durch „;-)“ angedeutetes Augenzwinkern beispielsweise markiert eine Aussage als nicht ganz ernst gemeint. Die Verwendung von Emoticons in einem formellen Kontext ist aber trotzdem problematisch. Eine Übersicht über die im Netz gebräuchlichsten Emoticons und Akronyme liefert das „Usenet-ABC“ auf http://www.usenet-abc.de/emotions.htmhttp://www.usenet-abc.de/emotions.htm (in einem neuen Fenster)

Aufgrund dieser Überlegungen ist es sinnvoll, nach der Anmeldung bei einem Diskussionsforum nicht sofort selbst einen Beitrag zu verfassen, sondern zuerst fremde Diskussionen zu verfolgen, um sich mit der in einem bestimmten Forum üblichen Schreibweise auseinanderzusetzen. Auch sollte man vorab überprüfen, ob in einem Diskussionsforum die Angabe des vollen Namens üblich ist oder ob Fantasie-Namen ausreichen.



[67] Vgl. Dennis A. Trinkle/Scott A. Merriman (Hg.), The World History Highway. A Guide to Internet Resources, Armonk 2002, S.25.

[68] Vgl. Trinkle 2002, S.24.

[69] Vgl. Trinkle 2002, S.25.

[70] Vgl. „netiquette“, Artikel in: Free On-line Dictionary of Computing, online unter: http://foldoc.org/?netiquettehttp://foldoc.org/?netiquette (in einem neuen Fenster), Stand: 18.10.1999, Abruf: 31.10.2006.

„Wer sucht, der findet - oder auch nicht.“PDF-VersionCopyright © 2006 Christoph Bichlmeier