Kapitel II.7. Online-Textsammlungen

Inhaltsverzeichnis

II.7.1. Benutzung von Online-Textsammlungen
II.7.2. Beispiele zur Benutzung von Online-Textsammlungen
II.7.2.1. Project Gutenberg
II.7.2.2. Google Buchsuche
II.7.3. Nutzen und Validierung von Online-Textsammlungen

Im Gegensatz zu Literaturdatenbanken sind über Online-Textsammlungen nicht nur Meta-Informationen zur verzeichneten Sekundärliteratur einsehbar, sondern die Texte selbst können meist komplett abgerufen oder heruntergeladen werden. Entsprechend den jeweiligen Landesgesetzen sind hauptsächlich ältere Texte frei zugänglich. So werden in Deutschland Werke erst 70 Jahre nach dem Tode des Urhebers gemeinfrei, d.h. das Urheberrecht erlischt nach Ablauf dieser Zeitspanne.[57] Daneben haben aber auch einzelne Autoren und Verlage bestimmte Werke freigegeben, obwohl diese noch dem Urheberrecht unterliegen.

Die bekanntesten und größten Online-Textsammlungen sind „Wikisource“ (http://de.wikisource.orghttp://de.wikisource.org (in einem neuen Fenster)) und „Project Gutenberg“ (http://www.gutenberg.orghttp://www.gutenberg.org (in einem neuen Fenster)). Beide Angebote basieren auf dem Prinzip der freiwilligen Mitarbeit und bieten fachübergreifend Texte an. Auch „The Online Books Page“ (http://digital.library.upenn.edu/books/http://digital.library.upenn.edu/books/ (in einem neuen Fenster)) ist nicht auf ein Teilgebiet spezialisiert. Ferner existieren zahlreiche überwiegend oder ausschließlich fachspezifische Textsammlungen. Eine für den Historiker interessante Ressource ist z.B. das „Historical Text Archive“ (http://historicaltextarchive.comhttp://historicaltextarchive.com (in einem neuen Fenster)). Auf antike Autoren konzentrieren sich „The Latin Library“ (http://www.thelatinlibrary.comhttp://www.thelatinlibrary.com (in einem neuen Fenster)) und „The Internet Classics Archive“ (http://classics.mit.eduhttp://classics.mit.edu (in einem neuen Fenster)), Werke aus dem Mittelalter bietet „The Online Medieval and Classics Library“ (http://omacl.orghttp://omacl.org (in einem neuen Fenster)). Das „Internet History Sourcebooks Project“ (http://www.fordham.edu/halsall/http://www.fordham.edu/halsall/ (in einem neuen Fenster)), das von Paul Halsall an der Fordham University in New York gepflegt wird, entspricht mehr einer Linkliste mit Verweisen zu Textausgaben auf anderen Seiten und deckt sowohl die alte als auch die mittelalterliche und neuere Geschichte ab. Ebenfalls epochenübergreifend ist „The Perseus Digital Library“ der Tufts University (http://www.perseus.tufts.eduhttp://www.perseus.tufts.edu (in einem neuen Fenster)).

Große mediale Aufmerksamkeit hat Google mit der „Google Buchsuche“ (http://books.google.dehttp://books.google.de (in einem neuen Fenster)) erregt. Ziel des Projekts war es zunächst, neben einigen Büchern der Bibliotheken von Harvard und Oxford sowie der New York Public Library den Großteil der Bestände der Stanford University und der University of Michigan zu digitalisieren. Dadurch sollte es möglich werden, diese Werke im Volltext zu durchsuchen. Mittlerweile versucht Google, Buchverlage über ein „Partner-Programm“ anzusprechen, die Aufnahme weiterer Bibliotheken ist derzeit allerdings noch nicht geplant.[58] Derzeit kann nur spekuliert werden, wie viele Bücher schon digitalisiert wurden. Da sich auch Google bemüht, die Urheberrechte zu beachten, ist nur ein kleiner Teil der digitalisierten Bücher komplett online abrufbar, ein anderer Teil wenigstens auszugsweise. Bei urheberrechtlich geschützten Büchern werden nur bibliografische Angaben angezeigt. Dennoch kommt es immer wieder zu Rechtsstreits, die bisher allerdings eher zu Gunsten von Google beendet wurden.[59] Die Google Buchsuche ist mit ihrem spezifischen Angebot weder eine reine Textsammlung noch ein klassischer Bibliothekskatalog. An dieser Stelle soll auch „Google Scholar“ (http://scholar.google.dehttp://scholar.google.de (in einem neuen Fenster)) erwähnt werden, das wie die Google Buchsuche bisher nur in einer Beta-Versionschlage den Begriff Beta-Version im Glossar nach zur Verfügung steht. Allerdings beschränkt sich die Suche dieses Google-Dienstes nur auf wissenschaftliche Arbeiten. Google arbeitet dazu wiederum mit Verlagen, Bildungseinrichtungen und Bibliotheken zusammen. Die Suchergebnisse werden wie bei der Websuche nach Relevanz angeordnet, wobei neben der textlichen Übereinstimmung berücksichtigt wird, wie oft der Text von anderen Publikationen zitiert wurde.[60] Sofern der Volltext abrufbar ist, verweist Google Scholar in der Trefferansicht auf die Google Buchsuche.



[57] Vgl. Urheberrechtsgesetz (UrhG), § 64, online unter: http://bundesrecht.juris.de/urhg/BJNR012730965.htmlhttp://bundesrecht.juris.de/urhg/BJNR012730965.html (in einem neuen Fenster), Abruf: 28.08.2006.

[58] Vgl. Google Inc., <Bibliotheksprogramm. Häufig gestellte Fragen>, online unter: http://books.google.de/intl/de/googlebooks/common.htmlhttp://books.google.de/intl/de/googlebooks/common.html (in einem neuen Fenster), Abruf: 28.08.2006.

[59] Vgl. Jörg auf dem Hövel, „Freiflug für Buchschnipsel“, 30.6.2006, online unter: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/23/23002/1.htmlhttp://www.heise.de/tp/r4/artikel/23/23002/1.html (in einem neuen Fenster), Abruf: 28.08.2006.

[60] Vgl. Google Inc., <Über Google Scholar>, online unter: http://scholar.google.de/intl/de/scholar/about.htmlhttp://scholar.google.de/intl/de/scholar/about.html (in einem neuen Fenster), Abruf: 14.10.2006.

„Wer sucht, der findet - oder auch nicht.“PDF-VersionCopyright © 2006 Christoph Bichlmeier