Kapitel II.2. Webkataloge

Inhaltsverzeichnis

II.2.1. Benutzung von Webkatalogen
II.2.2. Beispiele zur Benutzung von Webkatalogen
II.2.2.1. Yahoo-Webverzeichnis
II.2.2.2. Open Directory Project
II.2.2.3. Katalog „Geschichte im Internet
II.2.3. Nutzen und Validierung von Webkatalogen

Webkataloge, auch Webverzeichnisse genannt, unterscheiden sich von Suchmaschinen in erster Linie dadurch, dass die Einträge nicht automatisch hinzugefügt werden, sondern explizit angemeldet werden müssen. Hierauf erfolgt eine redaktionelle Prüfung und die Zuordnung zu einer thematischen Kategorie. Webkataloge werden also manuell gepflegt, außerdem erfassen sie ganze Websites, sprich komplette Online-Auftritte, und nicht nur einzelne Dokumente wie Suchmaschinen.

Webkataloge können auf verschiedene Art und Weise klassifiziert werden. Zum einen bietet sich eine Unterscheidung zwischen kommerziellen und nichtkommerziellen Webkatalogen an. Bei kommerziellen Webkatalogen lassen sich je nach Geschäftsmodell bessere Platzierungen erkaufen, teilweise ist auch die Aufnahme in das Verzeichnis an sich schon kostenpflichtig. Nichtkommerzielle Webkataloge werden hingegen anderweitig finanziert, Eintrag und Pflege sind kostenlos. Beispiele für kommerzielle Webkataloge sind die Webverzeichnisse von Yahoo (http://de.dir.yahoo.comhttp://de.dir.yahoo.com (in einem neuen Fenster)), Lycos (http://webkatalog.lycos.dehttp://webkatalog.lycos.de (in einem neuen Fenster)) und Web.de (http://dir.web.dehttp://dir.web.de (in einem neuen Fenster)), das „Open Directory Project“ (ODP, http://www.dmoz.orghttp://www.dmoz.org (in einem neuen Fenster)) von Netscape ist hingegen nichtkommerzieller Natur. Zum anderen existieren thematisch oder regional eng abgegrenzte Webkataloge.

Das Open Directory Project stellt im Hinblick auf die redaktionelle Betreuung eine Besonderheit dar. Während die Einträge der meisten Webkataloge von bezahlten Mitarbeitern der Firma oder Organisation, die den Webkatalog betreibt, gepflegt werden, steht die Mitarbeit am Open Directory Project theoretisch jedem offen.[18] Voraussetzung ist, dass der künftige Editor sich in seinem gewünschten Fachgebiet auskennt und die Editierrichtlinien befolgt.[19] Die Editoren müssen beispielsweise offen legen, an welchen Websites sie selbst finanziell oder personell beteiligt sind. Ferner gibt es Richtlinien darüber, welche Kriterien eine Website erfüllen muss, um aufgenommen zu werden, und welche Art von Angeboten keinesfalls aufgenommen werden soll. Die Qualität soll über die Selbstregulation der Community sichergestellt werden.[20] Das Open Directory Project bietet außerdem eine Datenbasis für andere Webkataloge und Suchmaschinen. So greifen sowohl die Clustersuchmaschine Clusty.com als auch der Webkatalog von Google auf dessen Einträge zurück, werden aber anders gewichtet. So wendet Google auf die Daten des Open Directory Project seine eigene PageRank-Technologie an.[21]

Bei der inzwischen großen Anzahl an allgemeinen und thematisch eingeschränkten Webkatalogen verwundert es nicht, dass es mittlerweile auch Verzeichnisse über Webverzeichnisse gibt, also eine Art „Meta-Webkataloge“. Diese werden ebenfalls meist von Hand gepflegt. Ein Beispiel hierzu ist das Webkatalog-Verzeichnis von „Konzept-Welt“ (http://www.konzept-welt.de/webkatalog.htmlhttp://www.konzept-welt.de/webkatalog.html (in einem neuen Fenster)).

Der Katalog „Geschichte im Internet“ (http://www.geschichte.fb15.uni-dortmund.de/links/http://www.geschichte.fb15.uni-dortmund.de/links/ (in einem neuen Fenster)) ist der älteste Webkatalog im deutschsprachigen Raum, der sich auf geschichtswissenschaftliche Online-Ressourcen spezialisiert hat. Er wird derzeit an der Universität Dortmund gepflegt. Für eine Aufnahme in den Katalog muss ein Online-Angebot hohe Anforderungen im Hinblick auf Wissenschaftlichkeit erfüllen.



[18] Vgl. Netscape Communications Corporation, <Who We Are And What We Do>, online unter: http://dmoz.org/help/geninfo.htmlhttp://dmoz.org/help/geninfo.html (in einem neuen Fenster), Abruf: 15.07.2006.

[19] Vgl. Netscape Communications Corporation, <Open Directory: Editierrichtlinien>, online unter: http://dmoz.org/World/Deutsch/guidelines/index.htmlhttp://dmoz.org/World/Deutsch/guidelines/index.html (in einem neuen Fenster), Abruf: 15.07.2006.

[20] Vgl. Netscape Communications Corporation, <Our Social Contract with the Web Community>, online unter: http://dmoz.org/socialcontract.htmlhttp://dmoz.org/socialcontract.html (in einem neuen Fenster), Abruf: 15.07.2006.

[21] Vgl. Google Inc., <Hilfe zum Google Web-Verzeichnis>, online unter: http://www.google.de/intl/de/dirhelp.htmlhttp://www.google.de/intl/de/dirhelp.html (in einem neuen Fenster), Abruf: 15.07.2006.

„Wer sucht, der findet - oder auch nicht.“PDF-VersionCopyright © 2006 Christoph Bichlmeier