Osterdatum

Ostern ist am Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling.

Als Frühjahrsbeginn ist die Frühjahrs-Tagundnachtgleiche definiert. Sie liegt – gemäß der Festlegung des Konzils von Nizäa – auf dem 21. März. Der früheste Termin für den Ostervollmond ist also der 21. März, der späteste der 18. April. Wenn der 21. März ein Samstag ist, ist am folgenden Sonntag, dem 22. März, Ostern; wenn der Ostervollmond erst auf den 18. April fällt und dieser Tag ein Sonntag ist, ist erst am daruaffolgenden Sonntag, dem 25. April Ostern.

Der Ostertermin schwankt demnach zwischen dem 22. März (frühester Termin) und dem 25. April (spätester Termin): insgesamt gibt es also 35 mögliche Ostertermine.

Um das konkrete Osterdatum zu ermitteln, muß man also die Mondphase und den Wochentag beachten. Bequeme Hilfsmittel dafür sind die Goldene Zahl und der Sonntagsbuchstabe. Noch einfacher ist die Verwendung einer Ostertafel, auf der für eine Reihe von Jahren das Osterdatum eingetragen ist.

    Goldene Zahl: die Mondphasen wiederholen sich in einem Zyklus von 19 Jahren. Deshalb wird im Kalender dem Tagesdatum mit goldener Schrift eine Zahl von 1 bis 19 beigefügt. Dies bedeutet: im soundsovielten Jahr des 19jährigen Zyklus' ist an diesem Tag Neumond (luna prima ); am 14. Tag danach (luna quartadecima ) ist dann Vollmond. Die für ein Jahr gültige Zahl errechnet sich nach der Formel: (Jahr + 1) / 19, Divisionsrest = goldene Zahl.

    Sonntagsbuchstabe: den Tagen des Jahres werden der Reihe nach die Buchstaben A bis G zugeordnet, also: 1. Januar A, 2. Januar B, ..., 7. Januar G, 8. Januar A, ..., 31. Dezember A. Alle Tage mit demselben Tagesbuchstaben sind stets derselbe Wochentag. Eine Liste der Tagesbuchstaben für das ganze Jahr findet sich im Tutorium zur mittelalterlichen Geschichte.

    Der Sonntagsbuchstabe ist der Tagesbuchstabe des Sonntags. Er durchläuft einen rückwärtslaufenden Zyklus: 2005 B, 2006 A, 2007 G; die Schaltjahre haben einen doppelten Sonntagsbuchstaben (bis zum und ab dem Schalttag), also 2008 FE, 2009 D usw. Da die Woche 7 Tage hat und jedes 4. Jahr eine Störung durch den Schalttag eintritt, durchläuft der Sonntagsbuchstabe einen Zyklus von (7 * 4 =) 28 Jahren.

    Aus der Kombination des 19jährigen Mondzyklus' mit dem 28jährigen Zyklus der Sonntagsbuchstaben entsteht der (19 * 28 =) 532jährige große Osterzyklus, d.h. alle 532 Jahre fällt Ostern wieder auf dasselbe Datum.


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