Fachbereich Geographie
Physische Geographie

Physische Geographie

Die Physische Geographie bemüht sich als naturwissenschaftlicher Zweig innerhalb der Geographie um ein möglichst umfassendes Verständnis der physischen Umwelt des Menschen und der darin ablaufenden raum-zeitlichen Prozesse. Die abiotischen und biotischen Geofaktoren (Gestein, Relief, Klima, Boden, Wasser, Pflanzen und Tierwelt) stehen dabei im Mittelpunkt des Forschungsinteresses, da diese in komplexen Wirkungsgefügen auf unterschiedlichen Skalenniveaus (lokal, regional, global) die Struktur, Funktion und Dynamik des Naturraums und seiner anthropogenen Überformung, also der vom Menschen gestalteten Umwelt, steuern. Mithilfe verschiedener Methodenbündel, die neben den "traditionellen" geographischen Arbeitsweisen auch Methoden aus Nachbardisziplinen wie der Geologie, Meteorologie, Biologie, Fernerkundung und Statistik bemühen, lassen sich vergangene und aktuelle Prozessgefüge erfassen, quantifizieren und bewerten. Aus den Ergebnissen lassen sich Aussagen über Entwicklung, Veränderung und Belastbarkeit von Geosystemen in Vergangenheit und Gegenwart ableiten sowie zukünftige Veränderungen prognostizieren.

Die Lehre umfasst die Kernthematik aller physisch-geographischen Teilgebiete und bietet Ausbildungsmöglichkeiten hinsichtlich fundamentaler Arbeitsweisen in Gelände und Labor sowie computergestützter Datenauswerte- und Darstellungsmethodik. Im Grundstudium steht so die theoriegeleitete Grundlagenausbildung in den Bereichen Geologie/Geomorphologie, Klima- und Hydrogeographie, Boden- und Vegetationsgeographie und Landschaftsökologie im Vordergrund, die mithilfe des "Spurenlesens" bei Exkursionen und praktischen Übungen im Gelände auf das Erkennen prozessualer Zusammenhänge im Naturraum hinführen soll. Im Hauptstudium steht dann die vertiefte Vermittlung dieser Zusammenhänge unter Einbeziehung angewandter Forschungsergebnisse im Vordergrund.

Der regionale Fokus der interdisziplinär und kooperativ ausgerichteten Forschungen am Lehrstuhl für Physische Geographie der Universität Passau richtet sich zum einen auf standortnahe Projekte (Niederbayern), auf Fragestellungen im überregionalen Kontext (Alpenraum) sowie auf Projekte in anderen Erdteilen. Hierbei stehen beispielsweise Untersuchungen zu den hochsensiblen Ökosystemen der Tropen Lateinamerikas und Afrikas (insbesondere die immerfeuchten tropischen Regenwälder) und ihrer Entwicklung in Vergangenheit und Zukunft, zur Störungsdynamik (Mittelamerika) oder zur Hochgebirgsökologie und Diversitätsforschung (Nordamerika, Hochasien) im Mittelpunkt.