Lehrstuhl für Dogmatik und Fundamentaltheologie
Lehrstuhlprofil

Lehrstuhlprofil

Der Lehrstuhl Dogmatik und Fundamentaltheologie widmet sich in seinen Veranstaltungen der Ausbildung für das Lehramt in katholischer Theologie (Grund-, Haupt-, Realschule und Gymnasium). Wir legen besonders Wert darauf, Sie mit grundlegenden theologischen Denkformen und aktuellen Ansätzen und Entwürfen der Dogmatik vertraut zu machen. Dabei ist uns die enge Zusammenarbeit mit den Lehramtstudierenden ein großes Anliegen. Auch nach dem "Ruhen der Fakultät" sind Promotionen und Habilitationen in Dogmatik möglich.

Gegenstand des Faches

Gegenstand des Faches Dogmatik ist der Glaube der Kirche in seiner Relevanz für das Heute, wie er inhaltlich im Credo vorliegt und im Verlauf der Theologiegeschichte ausgelegt wurde. Insofern verschränken sich im Fach Dogmatik zwei Perspektiven – eine systematische und eine (dogmen)geschichtliche. Als systematisch arbeitende theologische Disziplin versucht Dogmatik, die Wahrheit des Glaubens vor dem zeitgenössischen Denken und seinen spezifischen Problem- und Fragestellungen zu bewähren. Sie zielt darauf ab, rational einsichtige Plausibilitäten zu erarbeiten, um so den Glauben auf der Höhe des Denkens und der Zeit zu halten. Eine modern arbeitende Dogmatik versteht sich daher als dialogisch arbeitende Wissenschaft, die – ausgehend von ihrem eigenen Glaubenswissen – den Bogen spannt auf einen jeweiligen Verstehenshorizont. Insofern sieht sich die Dogmatik eingewiesen in das interdisziplinäre Gespräch mit allen möglichen Denkprojekten, seien dies nun die Philosophie, Literatur, Kunst, Gesellschafts- oder Naturwissenschaften.

Kirchlich-theologische Tradition

Als systematisch arbeitende Disziplin ist die Dogmatik zugleich auf die Geschichte der Theologie verwiesen. Denn in ihrem Versuch einer aktualisierenden Versprachlichung des Glaubens ins Heute hat sie die kirchlich-theologische Tradition in Blick zu nehmen, in der die Maß-Gabe des biblisch bezeugten Glaubens durch die Zeit hindurch auf sie zukommt. Sofern die kirchlich affimierten Bezeugungsgestalten des Glaubens der theologischen Tradition selbst vom Index des Geschichtlich-Zeitbedingten behaftet sind, ist die Dogmengeschichte vor die Aufgabe gestellt, deren Sprachregelungen mit den Methoden der Textinterpretation (Hermeneutik) auf ihre theologische Aussagekraft zu befragen, um so ihre Erschließungskraft, aber auch ihre Grenzen auszuloten.

In diesem geschichtlich strukturierten Verstehensvorgang erwächst der Dogmatik eine Kriteriologie für ein theologisch sachadäquates Fortschreiben des Glaubens für die Gegenwart, ohne dabei die Bindung an die biblisch grundgelegte Normativität des Glaubens selbst aufzugeben und so mit der Relevanz des Glaubens zugleich die Rückbindung an seinen identitätsstiftenden Ursprung zu wahren.

Zentrale Fragestellungen

Der Lehrstuhl Dogmatik und Fundamentaltheologie versucht, die Sache des Glaubens im Horizont (post)moderner Problemstellungen wie der Frage nach gelingender Freiheit und Identität anzugehen. Einen zweiten Schwerpunkt bilden trinitätstheologische Fragen, gerade auch mit Blick auf den interreligiösen Dialog. Darüber hinaus versuchen wir, den Bereich des Ästhetischen als Ort für eine erneuerte theologische Erkenntnislehre einzubringen.