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Der Schwerpunkt unserer Arbeit ist komparative Studien von Prozessen sozialen und politischen Wandels in Festland-Südostasien. Dabei bemühen wir uns,
Forschung und
Lehre zu verbinden, so dass neue Erkenntnisse und Erfahrungen unserer Feldforschung auch den Seminaren und Kursen zu Gute kommen. Regelmäßig werden Kurse für ein vertieftes Studium von Ländern wie Myanmar (Burma), Thailand, Kambodscha, Vietnam, Südchina oder Regionen wie MMSEA (Mountainous Mekong Southeast Asia) oder GMS (Greater Mekong Region) angeboten. Festland-Südostasien lässt sich jedoch nicht auf die jeweiligen Länder seiner Region reduzieren. Daher bieten wir darüber hinaus gehend Seminare zu übergreifenden Themen an.
Unsere Schwerpunkte sind dabei überwiegend zeitgenössisch und aktuell - etwa Entwicklungspolitik, Staatsbildung und Konflikte, Stadtentwicklung und Muster lokaler Selbstorganisation. Um aktuelle Ereignisse zu verstehen, bedarf es jedoch eines soliden Hintergrundwissens hisotrischer Prozesse. Nicht zuletzt ermöglicht es die historische Perspektive, sogenannte "invented traditions" zu entmystifizieren, die Willkür politischer Grenzziehungen zu erkennen und sowohl Kontinuitäten als auch Brüche in Entwicklungsprozessen zu identifizieren.
Wir haben das Glück, dass unsere Mitarbeiter aus diversen Disziplinen kommen, unter anderem Soziologie, Regionalstudien, Geographie, Geschichte, Agrarwissenschaften, Politikwissenschaften und Anthropologie. Das ermöglicht uns einen multidimensionalen Ansatz, der auch Interdependenzen über die Grenzen von Disziplinen hinaus berücksichtigt. In unserer Forschung verbinden wir theoretische Überlegungen mit umfangreicher empirischer Feldforschung. Damit folgen wir unserem Ansatz, diejenigen Kategorien in unserer Forschung zu berücksichtigen, die sich aus der Gesellschaft ergeben, anstatt vorab Kategorien zu definieren, in die es die empirischen Daten zu pressen gilt. Ein solcher Ansatz erfordert sowohl gute Kenntnisse der relevanten Theorien und aktuellen Debatten als auch das Beherrschen der entsprechenden Feldforschungsmethoden. Ohne die Leistungen des postmodernen Diskurses schmälern zu wollen, folgen wir nicht einem relativistischen Ansatz. Ob wir es wollen oder nicht, bestimmte Weltansichten und Diskurse sind so verallgemeinert worden, dass sie als selbstverständlich oder gar "natürlich" gelten. Solche globale Verallgemeinerungen sind nicht zuletzt auf die Organisationen und Eliten zurückzuführen, die sie implementieren. Bestimmte Ansichten und Diskurse werden so zur Realität und scheinen über jeden Zweifel erhaben. Unserem Verständnis zufolge ist eine Aufgabe der Forschung, einer solchen Realität mögliche Alternativen entgegenzustellen oder um einer Anmerkung von Th.W.Adorno zu folgen, "das, was ist mit dem zu konfrontieren, was sein kann."