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Als Teildisziplin einer am Lebenslauf orientierten Bildungswissenschaft bearbeitet die Grundschulpädagogik die mittlere und späte Kindheit und die Zusammenhänge von Kindheit und Schule. Auf die Grundschule bezogen behandelt sie die schulische Grundlegung des Lernens und Lehrens und - da die Grundschule von allen Kindern besucht werden muss - erfolgreiche Bildungsprozesse unter den Bedingungen von Heterogenität.
Das Selbstverständnis des Lehrstuhls ist dabei in Forschung und Lehre am lernenden und handelnden Subjekt in institutionellem Rahmen der Grundschule ausgerichtet. Diese Subjektorientierung zielt darauf, das Individuum in seiner reflexiven Auseinandersetzung mit Absichten, Begründungen, impliziten Werthaltungen, Handlungsmöglichkeiten und Normenbezügen zu verstehen und zu unterstützen.
Ziel der Arbeit am Lehrstuhl für Grundschulpädagogik und -didaktik ist es, in der Forschung und Lehre zur Entwicklung der pädagogischen Professionalität von Lehrkräften an Grundschulen beizutragen. Studierende sollen dabei unterstützt werden, pädagogische Professionalität als ständigen beruflichen Entwicklungsprozess zu verstehen (pädagogische Profigraphie, vgl. Schenz, 2011). Im Fokus der Aufmerksamkeit stehen dabei Bildungsprozesse, die professionelles Handeln in der Grundschule bedingen, den Umgang mit Heterogenität ermöglichen sowie Kompetenzen, die zu innovativer Unterrichts- und Schulentwicklung beitragen.
Die Lehre weist die Gestaltung entsprechender didaktischer Rahmenbedingungen von Anfang an auf einen stark verzahnten Wissenschafts- und Berufsfeldbezug hin. So wird es z.B. durch den Aufbau von Kooperationsprojekten zwischen der Universität Passau und ausgewählten Schulen aus der Region, der Intensivierung der bestehenden Praktika sowie der Einbettung von Lehrveranstaltungen in aktuelle Schwerpunktthemen von Grundschule den Studierenden ermöglicht, gemeinsam in Verantwortung auf professionelles Lehrerhandeln hin zu lernen und sich (weiter)zu bilden. Diese Ausrichtung des Lehrstuhls eröffnet damit nicht nur Wege zur Aneignung von Wissen, sondern auch von alltäglichen und beruflichen Kompetenzen und rekurriert dabei auf die Fähigkeit zur Selbst- und Welterschließung des reflexiv-handelnden Subjekts.