Lehrstuhl für Interkulturelle Kommunikation
Forschungsprojekt "Kreative Städte"

Forschungsprojekt "Kreative Städte"

Forschungsprojekt:
Verbreitung von Innovationen in kreativen Städten: Ein Vergleich zwischen München und Montreal

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Das interkulturelle Forscherteam (v.li.): Prof. Allain Joly, Prof. Dr. Christoph Barmeyer, Maria Wilhelm, Madeleine Bausch

Das Forscherteam setzt sich zusammen aus Prof. Dr. Christoph Barmeyer (Lehrstuhl für Interkulturelle Kommunikation, Universität Passau) und Prof. Allain Joly (HEC Montréal), Madeleine Bausch, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Maria Wilhelm, studentische Mitarbeiterin und Masterandin am Lehrstuhl für Interkulturelle Kommunikation an der Universität Passau. Das kulturvergleichende Forschungsprojekt „L’Écologie sociale et structurelle des villes creatives“ (Die soziale und strukturelle Ökologie kreativer Städte) untersucht Unterscheide und Gemeinsamkeiten der Art, Entstehung und Verbreitung von Kreativität und Innovationen in Deutschland und dem französischsprachigen Kanada. Das Forschungsprojekt wird von der Bayerischen Forschungsallianz und den Regierungen von Bayern und Quebec unterstützt.

Ausgangslage

Städte gelten zunehmend als Zentren von Kreativität und Innovationsfähigkeit, da sie notwendige Ressourcen zur Entstehung und Umsetzung von Ideen bündeln. Damit bieten sie für Organisationen den Nährboden, Innovationen zu entwickeln und zu verbreiten. München und Montreal sind dabei beide hoch kreative Städte, was sich am Wirtschaftswachstum über die letzten Jahre zeigt. Nicht zuletzt deshalb wurde Montreal von der UNESCO als Global Creative City ausgezeichnet, und auch München zeigt sich mit einer rasant steigenden Anzahl an Start-Ups und kleinen Unternehmen äußerst kreativ und innovativ im deutschen Wirtschaftsraum. Die Kooperation der Regionen Bayern und Quebec bietet darüber hinaus einen optimalen Rahmen für eine vergleichende Untersuchung.

Ideen und Innovationen entstehen dabei häufig in kleinen Organisationen, die durch ihre Größe und durch ihre Strukturen im Vergleich zu großen Unternehmen agil und flexibel handeln können. Um kreativ und innovativ zu bleiben, kooperieren deshalb immer häufiger viele große und multinationale Unternehmen mit Start-ups, integrieren diese in ihre Unternehmensstruktur oder gründen selbst innovative Organisationen. Von dieser Kooperation profitieren alle beteiligten Akteure: kleine Organisationen können ihre Innovationen im Markt verbreiten, große Unternehmen bleiben dadurch wettbewerbsfähig.

Im Falle einer erfolgreichen Verbreitung der Innovation ziehen dann nicht nur die Organisationen, sondern auch Stadt und Region Vorteile daraus. Wirtschaftliches Wachstum von Städten und Regionen ist somit das Resultat von Ressourcen, die durch Zusammenarbeit in organisationalen Netzwerken entstehen. Es handelt sich dabei um einen wechselseitigen Prozess: Ressourcen aus der Stadt führen zu Ideen, die ausgehend von kleinen Unternehmen durch große Unternehmen verbreitet werden und wieder auf die Stadt zurückwirken.

Ziel

Das Forschungsprojekt hat zum Ziel die strukturelle Zusammensetzung und Funktionsweise der urbanen Innovations-Ökosysteme zu verstehen und vergleichend zu betrachten. Die Stadt und das regionale Umfeld stellen dabei einen entscheidenden Kontext dar. Die vergleichende Untersuchung von München und Montreal erlaubt es, eine interkulturell bereichernde Perspektive zu zeichnen. Folgende Fragen stehen dabei im Vordergrund:

  • Welche Charakteristika lassen sich für die Innovations-Ökosysteme identifizieren? Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede bestehen?
  • Welche privaten und öffentlichen Akteure (z.B. Organisationen, Institutionen, Investoren, Kunden) spielen dabei eine Rolle?

Vorgehen

Das Projekt möchte diese Fragen anhand von Interviews und Dokumentenanalysen beantworten. Dazu wurden sowohl Ansprechpartner aus privatwirtschaftlichen Unternehmen als auch öffentlichen Organisationen befragt . Von September bis November 2017 wurden bereits insgesamt 40 Interviews mit verschiedenen Akteuren aus den städtischen Ökosystemen München und Montreal durchgeführt. Die Zwischenergebnisse werden im Zuge des Kolloquiums "Kreativität und Innovation in urbanen Ökosystemen - München und Montreal im Vergleich" am 11. und 12. Oktober 2018 in Passau vorgestellt und diskutiert.