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Universidad del Salvador in Buenos Aires verleiht Ehrendoktorwürde an Prof. Dr. Ursula Reutner

Auf Vorschlag der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universidad del Salvador (USAL) in Buenos Aires hat die Passauer Romanistin Prof. Dr. Ursula Reutner die Ehrendoktorwürde der angesehenen argentinischen Jesuiten-Universität erhalten. Sie zeichne sich durch herausragende Forschung im Bereich der interkulturellen Kommunikation und beachtliche Aktivitäten zur Förderung der internationalen Vernetzung aus, so die Begründung der dortigen Universitätsleitung. Ursula Reutner ist damit die erste Ehrendoktorin der Facultad de Sciencias Económicas y Empresariales und zugleich eine der wenigen Frauen, die diese Würdigung von der USAL bisher erhielten. Zudem ist sie die erste Professorin der Universität Passau, die den Titel einer Ehrendoktorin trägt.

Gruppenfoto mit Hector Francisco Dama, Dekan der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, Prof. Dr. Romina Cavalli, Prorektorin für Lehre, Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Reutner, Prof. Dr. Carlos Ignacio Salvadores de Arzuaga, Rektor der Universidad del Salvador, Dr. Luciana Tondello, Prorektorin für Forschung, Claudio Blanchard, Studiengangsleiter.
Hector Francisco Dama, Dekan der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften (von links), Prof. Dr. Romina Cavalli, Prorektorin für Lehre, Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Reutner, Prof. Dr. Carlos Ignacio Salvadores de Arzuaga, Rektor der Universidad del Salvador, Dr. Luciana Tondello, Prorektorin für Forschung, Claudio Blanchard, Studiengangsleiter. Foto: Universidad del Salvador

Die Universidad del Salvador wurde vom Jesuitenorden gegründet und pflegt enge Kontakte zur Universität Passau. Die beiden Universitäten verbindet u. a. ein Doppelabschlussprogramm im Bereich Kulturwirtschaft/International Cultural and Business Studies, das deutschlandweit den einzigen deutsch-argentinischen Doppelabschluss auf Bachelorebene bietet. Das Programm wurde 2009 unter der Federführung von Ursula Reutner eingerichtet und wird seither von ihr geleitet.

Die Verleihungszeremonie folgte den mittelalterlichen Riten spanischer Universitäten: Zunächst zogen der Rektor, die Prorektoren, der Dekan und Ursula Reutner zur Hymne des Heiligen Ignatius von Loyola ein, gekleidet in traditionelle Talaren und Schärpen, deren Farben die jeweilige Disziplin symbolisieren. Danach brachten Fahnenträger die deutsche und die argentinische Flagge, um gemeinsam die Hymnen beider Nationen zu singen. Im Anschluss hielt Hector Francisco Dama, Dekan der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, eine Laudatio auf die Ehrendoktorin. Er hob die hohe Qualität und internationale Bedeutung ihrer Forschung sowie ihr außerordentliches Engagement im Bereich der internationalen Zusammenarbeit hervor.

In ihrer Antrittsvorlesung gab Ursula Reutner einen Überblick über die Kulturgeschichte der Tabuisierung. Vom magisch-religiös begründeten Verzicht, den Namen Gottes und des Teufels zu nennen, über die in der Renaissance aufgekommenen Tabuisierungsbereiche des menschlichen Körpers und seiner Funktionen bis hin zur aktuellen politischen Korrektheit und Verschleierungen im Kontext von Krieg und Wirtschaft stellte sie den Wandel der Euphemisierung im Spanischen dar. Einen besonderen Fokus legte sie dabei auf die Spracharbeit der Jesuiten. "Sprache ist nie harmlos. Sie enthält immer auch Informationen zur regionalen, chronologischen und ideologischen Positionierung der Sprecherin oder des Sprechers", so ihr Fazit. Dies lasse sich manipulativ nutzen, aber auch - und dazu lud Reutner ein - um Respekt und Taktgefühl zu zeigen.

Nach dem Vortrag erhielt die Passauer Romanistin die Insignien der USAL in Form einer für sie gravierten Medaille sowie die Urkunde zur Verleihung ihrer Ehrendoktorwürde. Zudem wurde sie symbolisch in den Kreis der Doktorinnen und Doktoren der Universität aufgenommen und vom Rektor mit einer weiteren Laudatio geehrt. Der Verleihung wohnten neben den Mitgliedern der Universität auch Vertreterinnen und Vertreter in Argentinien ansässiger deutscher Unternehmen, der Deutsch-Argentinischen Industrie- und Handelskammer, der Deutschen Botschaft sowie der deutschen Schulen bei.

Katrina Jordan | 10.04.2018