Philosophische Fakultät
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Festakt "30 Jahre Erasmus" an der Universität Passau

Im Audimax der Universität Passau hat die Universität den Jahrestag des europäischen Förderprogramms begangen, das 1987 ins Leben gerufen wurde. Erasmus ist das älteste Bildungsprogramm der Europäischen Union und ermöglicht seit 30 Jahren den Austausch von Studierenden, Schülerinnen und Schülern, Jugendlichen, Lehrenden und Hochschulpersonal. Darüber hinaus fördert Erasmus weitere grenzüberschreitende Projekte und vergibt Mittel an junge Berufstätige.

Gruppenbild von Vizepräsidentin Prof. Dr. Ursula Reutner (mit Blumenstrauß), Prof. Dr. Klaus Dirscherl, Dr. Mirjam Leuzinger, Stefanie Dallmeier, Prof. Dr. Harald Kosch, Prof. Dr. Jürgen Kamm, Barbara Zacharias, Prof. Dr. Martin Fincke und Morwenna Joubin
Vizepräsidentin Prof. Dr. Ursula Reutner (Mitte) mit (von links) Prof. Dr. Klaus Dirscherl, Dr. Mirjam Leuzinger, Stefanie Dallmeier, Prof. Dr. Harald Kosch, Prof. Dr. Jürgen Kamm, Barbara Zacharias, Prof. Dr. Martin Fincke und Morwenna Joubin. Foto: Universität Passau

Prof. Dr. Ursula Reutner, Vizepräsidentin für internationale Beziehungen, begrüßte die zahlreichen Gäste. In ihrem Grußwort beleuchtete sie nicht nur die Geschichte des Erasmus-Programms, sondern auch die Vorteile der internationalen Mobilität für die Studierenden, die beteiligten Nationen und die Universität Passau. "Ein Auslandsaufenthalt während des Studiums trägt nicht nur zu einer verdoppelten Beschäftigungswahrscheinlichkeit bei, sondern verstärkt auch das politische Engagement der bis heute 4,4 Millionen Teilnehmer", sagte sie.

Im Anschluss berichtete Prof. em. Dr. Martin Fincke von der Juristischen Fakultät von seinen Erfahrungen hinsichtlich der Studierendenmobilität in den Zeiten vor, während und nach der Implementierung des Erasmus-Programms. Er zeigte auf, welche Herausforderungen der Bologna-Prozess für das rechtswissenschaftliche Studium mit sich bringe. Von besonderer Bedeutung seien daher weiterhin das Engagement und die Reisebereitschaft der Studierenden, aber auch die Pflege guter Beziehungen zu den Partneruniversitäten.

Dr. Mirjam Leuzinger vom Lehrstuhl für Romanische Literaturen und Kulturen gab in ihrem Vortrag "Erasmus in Spanien - Erfahrungen einer Programmbeauftragten" Einblicke in die heutigen Prozesse zur Sicherstellung eines qualitativ hochwertigen und nachhaltigen Austauschprogramms.

Über "Strukturierte deutsch-französische Programme mit Erasmus-Förderung" aus Sicht der Informatik sprachen Prof. Dr. Harald Kosch und seine Mitarbeiterin Morwenna Joubin. Gerade mit Blick auf den Vortrag von Prof. em. Dr. Martin Fincke wurde hierbei deutlich, welche herausragende Entwicklung das Erasmus-Programm seit seinen Anfängen genommen hat.

Prof. Dr. Jürgen Kamm sprach in seinem Vortrag über "Erasmus-Austausch mit Großbritannien in Zeiten des Brexit". Der Kenner der britischen Hochschullandschaft und der Innenpolitik des Vereinigten Königreiches machte die Herausforderungen für den zukünftigen Austausch mit den britischen Universitäten vor allem an zwei Faktoren fest: Einerseits wird dort immer weniger Deutsch gelernt und die entsprechenden Abteilungen an den Hochschulen werden verkleinert, andererseits lässt das kostenintensive Studium einen Auslandsaufenthalt aus finanziellen Gründen häufig nicht zu.

Zum Abschluss der Festlichkeiten referierte Prof. em. Dr. Klaus Dirscherl in humoristischer Weise über seine Erfahrungen mit dem Dozierenden-Austausch mit spanischen Universitäten. Er unterstrich dabei, wie die gemeinsame Überwindung von Problemen, beispielsweise die unterschiedliche Vorstellungen hinsichtlich der Natur einer ruhigen Wohnlage oder die Flugangst eines spanischen Dozenten, die Grundlage für über Jahrzehnte stabile universitäre Partnerschaften legen kann.

Im Anschluss bot sich den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Gelegenheit darüber zu diskutieren, wie die europäische Erfolgsgeschichte Erasmus, in Zukunft zum Wohle aller Beteiligten weitergeführt werden könne. Musikalisch umrahmt wurde der Festakt von der "Sturmberger Feiertagsmusi".

Katrina Jordan | 08.12.2017