Philosophische Fakultät
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Abschiedsvorlesung: Universitätsprofessor Dr. Franz-Reiner Erkens tritt in den Ruhestand ein

Mit einem Festakt hat die Philosophische Fakultät den Historiker Prof. Dr. Franz-Reiner Erkens verabschiedet, der zum 1. Oktober 2018 emeritiert wurde. Er hielt zur Feier einen Abschiedsvortrag zum Thema „Salbung und Krönung. La primera spiritual et l’altre temporal. Zum Verständnis der iberischen Königsidee“. Erkens hatte 15 Jahre lang den Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Passau inne und war zudem der erste Promotionsstudent an der Philosophischen Fakultät.

Emeritierter Universitätsprofessor Dr. Franz-Reiner Erkens. Foto: Universität Passau

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte der Dekan der Philosophischen Fakultät, Prof. Dr. Karsten Fitz, den Abschiedsredner sowie die anwesenden Gäste, darunter die Vertreterinnen und Vertreter des Vereins für Ostbairische Heimatforschung sowie des Instituts für Kulturraumforschung Ostbaierns und der Nachbarregionen (IKON). Fitz hob Erkens' Rolle als erster Promotionsstudent an der Philosophischen Fakultät hervor und dankte ihm herzlich für sein Engagement.

Dr. Helmut Böhm würdigte als erster Vorsitzender des Vereins IKON die gut funktionierende Zusammenarbeit des Instituts und der Universität Passau und hob Prof. Erkens' besondere Rolle als verbindendes Mitglied hervor. Dessen Arbeit als Hauptverantwortlicher für Publikationen sei prägend für die vergangen zehn Jahre des Vereins gewesen. Unter Erkens wurden über 20 Bände publiziert, darunter das Passauer Jahrbuch, Markenzeichen des Vereins sowie Lieferant wichtiger Daten über die Heimatregion und damit ein zentraler Beitrag für die Arbeit in und für die Region. Zukünftig wird Erkens der Universität weiter durch seine Mitarbeit im Verein IKON verbunden bleiben.

Nach seinem Ersten Staatsexamen in Geschichte und Germanistik an der Universität Köln im Jahr 1976 promovierte Franz-Reiner Erkens 1980 an der Universität Passau zum Thema "Siegfried von Westerburg (1274-1297). Die Reichs- und Territorialpolitik eines Kölner Erzbischofs im ausgehenden 13. Jahrhundert". 1985 schloss er seine Habilitation, ebenfalls an der Universität Passau, zum Thema "Die Trierer Kirchenprovinz im Investiturstreit" ab. Nach der Habilitation folgten Lehrstuhlvertretungen in Freiburg und Köln; 2003 übernahm er den Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Passau.

Erkens forscht seither schwerpunktmäßig auf den Gebieten politische Geschichte sowie Sozial- und Ideengeschichte des Mittelalters, die Landesgeschichte des rheinisch-lothringischen und des bayerisch-österreichischen Raumes sowie die Diplomatik vornehmlich von Bischofsurkunden. Zu seinen Vorhaben zählen u. a. das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Projekt "Sakrale Legitimierung von Herrschaft und ihren Trägern im Reich des späteren Mittelalters" und die Festgabe anlässlich seines 65. Geburtstages "Sachwalter Gottes. Der Herrscher als ,Christus domini', ,vicarius Christi' und ,sacra majestas'", in deren Zusammenhang auch das Thema seiner Abschiedsvorlesung passt. 

Neben seinem Amt war er gleichzeitig Mitglied der Kommission für Bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften sowie Direktor der Abteilung für geschichtliche Landeskunde des Instituts für Kulturraumforschung Ostbaierns und der Nachbarregionen (IKON). 

Musikalisch umrahmt wurde die Feier vom Tittlinger Saxophonquartett unter Leitung von Anton Mayer.

Katrina Jordan | 22.11.2018